
Die weltweite Mobilitätsinfrastruktur – Straßen, Brücken, Eisenbahnen und Co. – wird bis zum Jahr 2060 deutlich ausgebaut, was die Nachfrage nach Beton, Stahl und Asphalt erhöht und für enorme CO2-Emissionen sorgt. Wie dieser Entwicklung gegengesteuert werden kann, haben sich Forscher vom Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg (NÖ) und der Universität für Bodenkultur (Boku) angesehen.
Die Ergebnisse wurden im „Journal of Industrial Ecology“ veröffentlicht. Es zeigte sich, dass der insbesondere im globalen Süden entstehende Infrastrukturbedarf gedeckt und gleichzeitig die mit den Materialien verbundenen Emissionen um bis zu 63 Prozent gesenkt werden können. Voraussetzung dafür sind Veränderungen beim künftigen Mobilitätsbedarf, die Optimierung der Art und des Umfangs künftiger Infrastruktur sowie der eingesetzten Produktionstechnologien. Ohne Änderungen in Politik und Planung könnten sich die Materialbestände der globalen Mobilitätsinfrastruktur bis 2060 verdoppeln, heißt es in einer Aussendung.
Das größte Potenzial zur Emissionsminderung würden einerseits nachfrageseitige Maßnahmen wie eine kompakte Stadtentwicklung und eine Reduktion nicht notwendiger Fahrten und andererseits eine umweltfreundlichere Produktion und stärkere Kreislaufwirtschaft bieten, so Co-Autor Volker Krey, der die Forschungsgruppe „Integrated Assessment and Climate Change“ am IIASA leitet. Jetzt getroffene Entscheidungen würden aufgrund der langen Lebensdauer der Infrastruktur die Mobilitätsmuster für Jahrzehnte prägen, strich André Baumgart, Erstautor und Doktorand am Boku-Institut für Soziale Ökologie, hervor.
APA





