Die Ölpreise haben am Mittwoch angesichts neuer gegenseitiger Angriffe am Persischen Golf weiter zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent kostete erstmals seit dem 24. Juli wieder mehr als 100 US-Dollar. Der Preis für ein Fass der Referenzsorte zur Auslieferung im November stieg zuletzt um 2,63 Prozent auf 100,50 Dollar an.
Auch der Preis für europäisches Erdgas setzte seinen Höhenflug fort. Erstmals seit Ende 2022 stieg der richtungsweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat an der Börse in Amsterdam bis auf 79,11 Euro je Megawattstunde (MWh). Zuletzt kostete er noch 78,41 Euro. Preistreiber ist auch hier die Sorge, dass Lieferungen von Flüssigerdgas (LNG) aus den Fördergebieten am Persischen Golf dauerhaft blockiert sein könnten.
Schlagabtausch am Persischen Golf
Der Kampf zwischen den USA und dem Iran um die Kontrolle der Straße von Hormuz ist zuletzt weiter eskaliert. Das US-Militär zerstörte nach eigenen Angaben als Vergeltung für Teherans Angriffe auf ein US-Kriegsschiff fünf iranische Rohöltanker und versenkte einen davon.
Irans Revolutionsgarden reagierten nach eigenen Angaben umgehend mit „schweren Raketenangriffen“ auf das mit den USA verbündete Königreich Jordanien. Laut der staatlichen jordanischen Nachrichtenagentur Petra fing die Armee 20 ballistische Raketen ab.
US-Außenminister Marco Rubio warnte Teheran vor weiteren Attacken: „Der Iran versucht weiterhin, Schiffe der US-Marine anzugreifen, und jedes Mal, wenn sie dies tun oder versuchen zu tun, werden sie Tanker verlieren“, sagte Rubio während eines Besuchs in Kolumbien. Erst am Samstag hatte das US-Militär mitgeteilt, drei iranische Öltanker angegriffen zu haben.
„Der entscheidende Indikator, den es zu beobachten gilt, ist, ob dies dem intensiven Öltransport durch die Straße von Hormuz ein Ende bereiten wird“, sagte Arne Lohmann Rasmussen, Chefanalyst bei Global Risk Management in Kopenhagen. „Es wird vielleicht nicht zu einem vollständigen Stillstand kommen, aber in Verbindung mit den aggressiver auftretenden Houthis im Roten Meer und den gestiegenen chinesischen Rohölimporten scheint sich das Gleichgewicht auf dem globalen Ölmarkt erneut zu verschlechtern.“
APA/dpa-AFX




