
Ähnlich wie in Deutschland gibt es auch in Österreich einen enormen Andrang von Investoren bei großen Batteriespeicher-Projekten. „Es gibt eine absolute Überzeichnung von Netzanschlussanfragen“, sagte E-Control-Vorstand Alfons Haber am Donnerstag. „Wir sehen, dass es bis zu 25 Gigawatt (GW) an Netzanschlussanfragen von Batteriespeichern gibt. Wir gehen davon aus, dass es in den nächsten zehn Jahren einen Bedarf von 3 bis 5 Gigawatt geben wird.“
Damit übersteigen die Anfragen den erwarteten Bedarf um das Fünf- bis Achtfache, wobei Haber hier relativiert. „Es gibt eine Reihe von Mehrfachanfragen, das heißt, Investoren stellen bei zwei, drei Netzbetreibern und Netzanschlusspunkten Anfragen“, so Haber. Aus Sicht der Behörde sei es wichtig, die Speicher dort anzuschließen, wo sie auch einen Nutzen für das Stromnetz haben, also die Netzausbaukosten dämpfen.
Haber: Nicht jeder Speicher ist auch netzdienlich
„Wir brauchen Speicher, aber nicht jeder Speicher ist auch netzdienlich“, erklärte Haber. Die E-Control legte kürzlich eine Grundsatzverordnung vor, wann große Batteriespeicher so wie Pumpspeicherkraftwerke von den Netzgebühren befreit werden. Ob ein Batteriespeicher systemdienlich sei, hänge vom Standort und der Betriebsweise ab – also etwa, ob der Netzbetreiber in Stunden mit hoher Netzlast den Speicher drosseln darf.
Die Großspeicher, die von außen wie Frachtcontainer aussehen, werden meist bei Windparks oder Freiflächen-Photovoltaikanlagen sowie in der Nähe von Umspannwerken aufgestellt. Sie sollen helfen, den günstigen Sonnen- und Windstrom für die teuren Abendstunden zu speichern – und so den Strompreis insgesamt senken.
APA




