Förderung in 33 Sekunden vergeben

15. Juli 2026, Wien

Die Elektrotechnik-Branche kritisiert das bundesweite Fördersystem für Photovoltaikanlagen.

Die Bundesinnung der Elektrotechnik in der Wirtschaftskammer (WKÖ) hat das Fördersystem für Investitionszuschüsse zu Photovoltaikanlagen auf Bundesebene erneut kritisiert. Beim jüngsten Fördercall seien sämtliche Fördermittel bereits nach 33 Sekunden vergeben gewesen. „Was wir brauchen, sind planbare und faire Rahmenbedingungen – keine Förderung, die nach einer halben Minute Geschichte ist“, sagte Bundesinnungsmeister Christian Bräuer am Montag.


Ärger und Verunsicherung
Das Fördersystem in der aktuellen Form helfe niemandem, „im Gegenteil: Es schafft Verärgerung, Unsicherheit und verhindert eine planbare Umsetzung wichtiger Projekte“, so Bräuer. Die Bundesinnung fordert einen „grundlegenden Systemwechsel“ hin zu einem „langfristig planbaren Fördersystem“. Auch die Oppositionspartei FPÖ ortet ein „Totalversagen“ bei der PV-Förderung und fordert ebenfalls ein neues System „mit fairen Wettbewerbsmechanismen“. Kritik an dem Fördersystem gibt es bereits seit Längerem, auch bei vergangenen Fördercalls waren die Mittel innerhalb kürzester Zeit ausgeschöpft.


28.000 Anträge
Förderanträge für Investitionszuschüsse zu Photovoltaikanlagen auf Bundesebene können auf dem Portal der EAG-Abwicklungsstelle eingereicht werden. Von 28.000 eingereichten Förderanträgen konnten zuletzt „aufgrund der deutlich geringeren Fördermittel“ nur knapp 3.000 Förderanträge berücksichtigt werden.
Energiestaatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) stellte in einer Stellungnahme Besserung in Aussicht. Die Novelle des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes und des Ökostromgesetzes befinde sich in Abstimmung und soll „so rasch wie möglich“ in Begutachtung gehen. „Mit ihr bringen wir die notwendigen Korrekturen auf den Weg und richten die Förderung stärker auf Speicher, Eigenverbrauch und Netzdienlichkeit aus.“ Dazu kämen mehr Flexibilität beim Einsatz der Fördermittel und klare Regeln bei negativen Strompreisen.

Die Presse