Insider: OPEC+ steuert auf weitere Fördererhöhung zu

2. Juli 2026, London
Förderung soll ab August um rund 188

Das Ölkartell OPEC+ will Insidern zufolge seine Förderung im August trotz der zuletzt gefallenen Preise erneut anheben. Die Zielvorgaben sollen um rund 188.000 Barrel (je 159 Liter) pro Tag steigen, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch von drei mit der Angelegenheit vertrauten Personen erfuhr. Dies entspräche den Erhöhungen in den Vormonaten Juni und Juli. Die Entscheidung soll am Sonntag fallen. Eine offizielle Stellungnahme der OPEC lag zunächst nicht vor.

Die Ölpreise sind zuletzt wieder auf das Niveau von vor dem Iran-Krieg gefallen, der am 28. Februar mit Angriffen von Israel und den USA begonnen hatte. Grund dafür sind schwächere Importe aus China, höhere Exporte von Förderländern außerhalb des Nahen Ostens und die Freigabe strategischer Ölreserven. Zudem milderte eine Grundsatzvereinbarung zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Krieges die Lieferängste. Die Nordseesorte Brent notierte zuletzt bei gut 72 Dollar (63 Euro) je Barrel. Mit der schrittweisen Erhöhung würde das Kartell eine Förderkürzung von 1,65 Millionen Barrel pro Tag aus dem Jahr 2023 zurücknehmen.

Innerhalb der Organisation gibt es jedoch Spannungen. Der Irak, der zweitgrößte OPEC-Produzent, hatte Insidern zufolge einen Austritt erwogen, sollte er seine Förderung nicht deutlich erhöhen dürfen. Vertreter in Bagdad erklärten daraufhin, sie unterstützten eine Neubewertung der Förderquoten, um die Lage der Mitgliedstaaten besser zu berücksichtigen. Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten die Allianz bereits im April verlassen.

APA/Reuters