Kasachstan drosselt Gasförderung nach Angriff in Russland

26. Juni 2026, Astana
Gasversorgung in Kasachstan ist gesichert
 - Vecsés, APA/AFP (Symbolbild)

Kasachstan hat nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf eine Gasverarbeitungsanlage im benachbarten Russland die eigene Produktion gedrosselt. Die Förderung am Öl- und Gasfeld Karatschaganak sei reduziert worden, teilte Energieminister Erlan Akkenschenow am Freitag mit. Die Gasversorgung im Inland sei aber gesichert. Das in Karatschaganak geförderte Gas wird gewöhnlich zur Weiterverarbeitung über die Grenze in das russische Werk in Orenburg geliefert.

Akkenschenow teilte weiter mit, dass Russland nicht um Treibstofflieferungen gebeten habe. Kasachstan könnte dies aber erwägen, sollte es eine offizielle Anfrage aus Moskau geben. Aus Branchenkreisen verlautete am Mittwoch, dass Russland mit Kasachstan über den Import von rund 50.000 Tonnen Benzin verhandle, um eigene Versorgungsengpässe infolge der verstärkten ukrainischen Angriffe auf Öl- und Gasanlagen zu überbrücken.

Die Ukraine nimmt mit ihren Drohnenangriffen gezielt die russische Energieinfrastruktur auch tief im Landesinneren ins Visier, um die Einnahmen der Moskauer Führung zur Finanzierung ihrer Angriffe zu schmälern und den Krieg für die russische Bevölkerung sichtbarer zu machen. Der russische Präsident Wladimir Putin wirft der Regierung in Kiew dagegen vor, mit den Angriffen auf zivile Infrastruktur Unruhe in der Bevölkerung schüren zu wollen. Die Anlage in Orenburg war im vergangenen Oktober schon einmal Ziel eines ukrainischen Angriffs geworden.

APA/Reuters