OPEC-Fonds würde sich über Mitgliedschaft Österreichs freuen

23. Juni 2026, Wien
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 - Vienna, APA/AFP

Mit einer Konferenz in der Wiener Hofburg hat der Entwicklungsfonds der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) am Dienstag sein 50-jähriges Bestehen gefeiert. Während Spitzenvertreter aus Dutzenden Staaten des Globalen Südens gekommen waren, beschränkte sich die Präsenz des Gaststaates Österreich auf eine Videobotschaft von Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Fondsdirektor Abdulhamid Alkhalifa sagte der APA, dass Österreich als Mitglied willkommen wäre.

„Es wäre großartig, wenn Österreich daran interessiert wäre. Wir würden das gerne in Erwägung ziehen und unserem Ministerrat vorlegen“, sagte der saudiarabische Diplomat im APA-Interview. Er wies darauf hin, dass der Fonds „völlig unabhängig“ von dem ebenfalls in Wien ansässigen Kartell der Erdölproduzenten sei. Auch die Mitgliedschaften seien nicht mehr überlappend, so würden etwa die aus der OPEC ausgetretenen Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) weiterhin dem OPEC-Fonds für Internationale Entwicklung angehören.

Van der Bellen würdigte in seiner Grußbotschaft die Tätigkeit des Fonds und hob den Kampf gegen den Klimawandel sowie für nachhaltige und erneuerbare Energieträger hervor. Für diese Bemühungen brauche es „Entschlossenheit“ und internationale Kooperation, betonte der Bundespräsident.

32 Milliarden Dollar in 50 Jahren ausgeschüttet

In den vergangenen fünf Jahrzehnten hat der Fonds nach eigenen Angaben mehr als 32 Milliarden US-Dollar (27,93 Mrd. Euro) für Entwicklungsprojekte im Volumen von insgesamt 240 Milliarden Dollar ausgegeben, mit steigender Tendenz. So seien allein im Vorjahr 3,2 Milliarden Dollar an Geldern ausgeschüttet worden, und die vom Fonds begebenen Anleihen sind am Kapitalmarkt äußerst begehrt. Bei den Projekten gebe es auch „sehr viel Kooperation“ mit Österreich, konkret der Entwicklungsagentur ADA und der österreichischen Entwicklungsbank, sagte Alkhalifa der APA.

Befragt zu den Vorzeigeprojekten des Fonds verwies Alkhalifa auf eine riesige Anlage von Windkraftwerken, die kürzlich in Aserbaidschan finanziert worden sei. Und in Ägypten habe man über Mikrokredite Familien den Ankauf von Nähmaschinen ermöglicht, was den Betroffenen neue Einkommensmöglichkeiten eröffne und dadurch lebensverändernd sei.

„Wir wollen keine Almosen von den G-20-Staaten“

Zum Jubiläum unterzeichnete der Fonds eine Kooperationsvereinbarung mit der Staatengruppe V20 („Verletzliche 20“), einem Zusammenschluss der vom Klimawandel besonders betroffenen Länder aus Asien, Afrika und der Karibik. „Wir wollen keine Almosen von den G20-Staaten“, zeigte sich die aktuelle V20-Vorsitzende Mia Mottley kämpferisch. Die Premierministerin des Karibikstaates Barbados forderte eine Umwandlung von Schulden, Kredite mit langer Laufzeit sowie Investitionen in Bildung, Gesundheitswesen und Wasserversorgung. „Lasst uns mit den Dingen beginnen, die von grundlegender Bedeutung sind für die menschliche Existenz“, sagte sie.

Die auch als Anwärterin auf den Posten des UNO-Generalsekretärs gehandelte Politikerin sagte weiter, dass sich die V20-Gruppe äußerst dynamisch entwickle und sie bald ein Viertel der gesamten Menschheit vertreten werde. Die ursprünglich auf 20 Mitglieder angelegte Gruppe ist mittlerweile auf 74 Mitgliedstaaten angewachsen. In jüngster Zeit haben vier weitere Länder – Südkorea, Panama, die Demokratische Republik Kongo und die Zentralafrikanische Republik – angeklopft. „Unsere Länder sind diejenigen, die an vorderster Front dieser Krise stehen“, betonte Mottley mit Blick auf den Klimawandel.

Der Entwicklungsfonds war im Jänner 1976 von den OPEC-Staaten bei einem Treffen in Algier gegründet worden, um Projekte in ärmeren Ländern zu finanzieren, die nicht der OPEC angehören. Größter Geldgeber des Fonds ist Saudiarabien (1,1 Milliarden Dollar), gefolgt vom Iran (529 Millionen Dollar), Venezuela (482 Millionen Dollar), Kuwait (380 Millionen Dollar), Nigeria (250 Millionen Dollar), Libyen (211 Millionen Dollar), den Vereinten Arabischen Emiraten (174 Millionen Dollar), dem Irak (155 Millionen Dollar), Algerien (106 Millionen Dollar), Indonesien (13 Millionen Dollar), Ecuador (sieben Millionen Dollar) und Gabun (vier Millionen Dollar).

APA