Agri-PV. Die größte Anlage des Landes steht in Mining.
Auf 18 Hektar wird in der Gemeinde Mining (Bez. Braunau) künftig neben Grünfutter und Getreide auch Strom geerntet. Und zwar 17,2 Millionen Kilowattstunden, das entspricht einem Jahresstromverbrauch von mehr als 4.900 Haushalten. Agri-PV nennt sich die Anlage, die größte ihrer Art in Oberösterreich.
Umgesetzt haben das Projekt in Kooperation die Energie AG und das Planungsbüro EWS mit Sitz in Munderfing.
In der Region, in Pischelsdorf, St. Veit und Höhnhart, wurden bereits solche „Sonnenfelder“ angelegt. Der Name Agri-PV steht für ein Nebeneinander von Photovoltaik und Landwirtschaft. 80 Prozent der Fläche, knapp 15 Hektar, werden weiterhin agrarisch genutzt, auf 18 Prozent werden zur Steigerung der Biodiversität Blühstreifen, Bienenweiden und Brachflächen angelegt. Und nur zwei Prozent oder 0,1 Hektar werden zur Stromerzeugung benötigt.
Mit dem Mininger Projekt werde „ein wichtiger Beitrag in Richtung erneuerbare Energiezukunft“ geleistet, betonte Leonhard Schitter, CEO der Energie AG, anlässlich der Inbetriebnahme. Hier werde bewiesen, wie Energieerzeugung, Landwirtschaft und Naturschutz gemeinsam funktionieren können, lobte Landeshauptmann Thomas Stelzer.
Problemloser Rückbau
Das Konzept habe nicht nur die beiden Grundstückseigentümer, sondern auch den Gemeinderat überzeugt, sagte Bürgermeister Josef Zechmeister: „Die Böden werden nicht versiegelt, und die PV-Komponenten können nach 30 Jahren erneuert oder rückstandslos zurückgebaut werden.“
Agri-PV-Anlagen sind für die Landwirte attraktiv, weil sie neben dem Ernteertrag auch Pacht lukrieren. Für die Investoren gibt es Zuschüsse aus dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG). Zu ihrem Projektanteil hat EWS ein Finanzierungsmodell für Private aufgelegt: Höchstbetrag 5.000 Euro, Verzinsung vier Prozent p. a., Laufzeit fünf Jahre. Das Funding-Ziel in Höhe von 300.000 Euro wurde laut dem Unternehmen in kürzester Zeit erreicht. Teure Stromimporte durch leistbare heimische Energie zu ersetzen, ist laut EWS-Miteigentümerin und Geschäftsführerin Alina Mirwal zentrales Unternehmensziel: „Das soll Versorgungssicherheit und regionalen Wohlstand schaffen.“
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