Stromnetz in Buckliger Welt wird fit gemacht

5. Juni 2026, Thomasberg

Mit einem neuen Umspannwerk in Thomasberg wird das Stromnetz fit für die steigenden Anforderungen durch Photovoltaik, Wärmepumpen und E-Mobilität gemacht.

Der Ausbau der Energieinfrastruktur in der Buckligen Welt nimmt weiter Fahrt auf. In Thomasberg hat der Bau eines neuen Umspannwerks begonnen, das künftig das bestehende Umspannwerk in Edlitz ersetzen wird. Ziel ist es, die stark steigende Nachfrage nach Netzkapazitäten infolge des Booms bei Photovoltaikanlagen sowie neuer Technologien wie Wärmepumpen und E-Mobilität abzudecken.
Die Betriebsgebäude sollen noch im laufenden Jahr fertiggestellt werden, die Freiluftanlage folgt 2027.

Die vollständige Inbetriebnahme ist für Ende 2028 vorgesehen. Das Projekt ist Teil eines umfassenden Netzausbaukonzepts für die gesamte Bucklige Welt, das auch eine neue 110-kV-Freileitung umfasst.
Für die Gemeinden ist die Investition von zentraler Bedeutung. „Für die Menschen und Betriebe in unseren Gemeinden ist eine verlässliche und zukunftssichere Stromversorgung unerlässlich“, betonen die Bürgermeisterin von Thomasberg Karoline Ofenböck sowie Edlitz’ Bürgermeister Thomas Ernst.
Parallel dazu wird auch das regionale Ortsnetz laufend modernisiert. Laut Netzregionsleiter Johannes Wagner wurden allein im vergangenen Jahr rund vier Millionen Euro investiert. Insgesamt wurden 80 Projekte umgesetzt, darunter die Verlegung von etwa 45 Kilometern Mittel- und Niederspannungskabel, die Errichtung von 21 Trafostationen sowie die Inbetriebnahme von rund 1.700 Photovoltaikanlagen.


Stromnetz teilweise an Grenzen


Der rasante Ausbau von PV-Anlagen bringt das bestehende Stromnetz jedoch teilweise an seine Grenzen. Im Versorgungsgebiet des aktuellen Umspannwerks Edlitz können neu beantragte Anlagen derzeit keinen überschüssigen Strom ins Netz einspeisen. Dennoch bleibt die Errichtung von Photovoltaikanlagen sinnvoll, etwa bei hohem Eigenverbrauch durch Wärmepumpen oder E-Ladestationen. Auch Batteriespeicher können dazu beitragen, die Situation zu entschärfen. Laut Netz NÖ sollen Kundinnen und Kunden informiert werden, sobald eine Einspeisung wieder möglich ist.


Das Umspannwerk in Thomasberg ist Teil eines umfangreichen Ausbauprogramms. Weitere Projekte sind bereits in Umsetzung oder Planung: So entsteht ein neues Umspannwerk in Schiltern/Seebenstein mit geplanter Fertigstellung Ende 2027. Zusätzlich ist ein weiteres Umspannwerk in Krumbach vorgesehen, dessen Fertigstellung für 2030 geplant ist. Ergänzend dazu soll eine neue 110-kV-Freileitung die Standorte Thomasberg und Krumbach verbinden.


Der Netzbetreiber Netz NÖ treibt den Ausbau seiner Infrastruktur insgesamt massiv voran. Bis 2034 sind unter anderem der Neu- oder Ersatzbau von rund 55 Umspannwerken sowie ein deutlicher Ausbau der Trafostationen geplant.

NÖN Niederösterreichische Nachrichten