Die Sonne scheint bald auf 4400 Module

22. Juli 2026, St. Donat

In St. Donat ist eine Hühner-Agri-Photovoltaikanlage um 1,6 Millionen Euro geplant. Baustart könnte im Frühjahr 2027 sein.



Für die Anrainerinnen und Anrainer von St. Donat hört es sich wie ein großes Vorhaben an, für das Unternehmen Competitive Power Generation GmbH aus Wien ist es eher ein „kleineres“ Projekt. Auf 1,2 Hektar soll eine Agri-Photovoltaikanlage entstehen. „Das ist die geplante Modulfläche. Die Belegfläche beträgt insgesamt zwei Hektar. 4470 PV-Module sollen aufgestellt werden“, erklärt Leonhard Berger, Geschäftsführer der CPG, die hinter dem Projekt steckt. Geplant ist die Anlage in Zusammenarbeit mit dem Biohof Stockner, der die Fläche auch für seine Hühner nutzen wird. 4800 Hühner werden unter den PV-Anlagen Schutz und Schatten finden.


Derzeit wartet man noch auf die gewerberechtliche Genehmigung vom Land Kärnten, daher gibt es im August eine Verhandlung bezüglich der elektrizitätswirtschaftsrechtlichen Bewilligung. Baustart soll im Frühjahr 2027 sein. „Die maximale Bauzeit beträgt zwei bis drei Monate. Es findet aber keine Bodenversiegelung statt. Die PV-Module werden rund 1,60 Meter in den Boden gerammt. Wenn die nächste Generation die Anlage auflösen möchte, kann diese wieder abmontiert werden.“ Die Anlage in St. Donat wäre die sechste die das Wiener Unternehmen in Kärnten realisiert. Größtenteils ist man in Unterkärnten und Mittelkärnten vernetzt. „Das liegt daran, dass es in diesen Regionen mehr Geflügelbauern gibt und wahrscheinlich hat das etwas damit zu tun, dass die Wech in diesen Regionen vertreten ist“, fügt Berger an.


Einige Projekte, die das Unternehmen betreut, erstrecken sich auf vier Hektar, daher ist die Anlage in St. Donat eher kleiner. 1,6 Millionen Euro werden in das Vorhaben investiert. „An der tiefsten Stelle ist die Unterkante der Module 1,30 Meter hoch, an der höchsten Stelle drei Meter. Die Anlage befindet sich nämlich in Hanglage. Die Vorteile solcher PV-Konstruktionen: Sie bieten Hühnern optimalen Schutz vor Greifvögeln, sind ein Schattenspender und erzeugen Strom.“


Für Landwirt Hans Brunner vom Stocknerhof gibt es eine Doppelnutzung. „Die Fläche wird von unseren Hühnern und auch den Pferden genutzt. Ich denke, Stromerzeugung wird in Zukunft immer wichtiger werden. Da wir eher ein kleiner Betrieb sind, ist das auch eine Absicherung für die nächste Generation.“ Ein Ziel wäre es auch, den Aura-Wohnpark und die dort vorhandenen E-Ladestationen in St. Donat mit dem erzeugten Strom zu versorgen. „Aber das sind Zukunftspläne.“ Zuerst muss man die Verhandlung abwarten. „Die Fläche, auf der die PV-Anlage entstehen soll, ist auch sehr abgelegen. Von der Straße aus sieht man sie nicht“, betont Brunner.


Die gewonnene Energie wird zu 100 Prozent in das Stromnetz eingespeist. „Wir sind Stromproduzenten und stellen in ganz Österreich solche Anlagen auf. Am Ende des Jahres erzeugen wir mit all unseren Flächen Strom für rund 34.000 Haushalte“, erklärt Berger. Schon vor 15 Jahren hat das Unternehmen mit der Energiegewinnung über PV-Anlagen auf Dachflächen begonnen. Vor sieben Jahren hat man sich auf Agri-PV-Flächen spezialisiert. „Wir setzen mittlerweile nur noch Projekte mit einer Doppelnutzung um sprich: Wir machen fast nur noch Agri-PV-Flächen.“


Vor einem Jahr machte die CPG Schlagzeilen in Kärnten. In St. Margarethen im Lavanttal wird nämlich ein PV-Projekt auf 17.600 Quadratmetern errichtet. Eine Bürgerinitiative hat sich formiert. Rechtsmittel und sogar eine Resolution wurden im Kärntner Landtag eingebracht. Diese wurden alle abgelehnt. Die Anlage wird derzeit gebaut.

Von Verena Grimschitz

Kleine Zeitung