
Teure Energie infolge des Iran-Kriegs hat die deutschen Importpreise im April so stark steigen lassen wie seit über drei Jahren nicht mehr. Sie legten um 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Einen so starken Anstieg gab es zuletzt im Jänner 2023.
Auch diesmal steckt ein sprunghafter Anstieg der Energiepreise dahinter: Diese legten um 31,0 Prozent zu. Das war der stärkste Anstieg seit Oktober 2022, als es nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine zu Knappheiten und in der Folge zu Preisanstiegen kam.
Da die deutsche Wirtschaft viele Vorprodukte und Rohstoffe aus dem Ausland bezieht, wirken sich die Einfuhrpreise früher oder später auch auf die allgemeine Inflation aus. Im April stiegen die Verbraucherpreise bereits um 2,9 Prozent zum Vorjahresmonat und damit so stark wie seit gut zwei Jahren nicht mehr. Dabei verteuerte sich Energie mit rund zehn Prozent besonders stark. Das Statistische Bundesamt will am Nachmittag eine erste Schätzung für Mai veröffentlichen.
Hormuz-Sperre
Importierte Mineralölerzeugnisse wie Kerosin und Benzin verteuerten sich im April mit 58,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat besonders stark. Auch Erdöl (+47,5 Prozent), Steinkohle (+8,1 Prozent) und Erdgas (+6,9 Prozent) kosteten deutlich mehr. Auch die Preise für importierte Düngemittel und Stickstoffverbindungen lagen mit einem Plus von 22,9 Prozent deutlich über denen von April 2025. „Hier handelt es sich um Auswirkungen der Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten“, erklärten die Statistiker.
Der Ende Februar begonnene Krieg der USA und Israels gegen den Iran hat die Weltmarktpreise für Öl und Gas in die Höhe getrieben. Durch die Straße von Hormuz, über die normalerweise ein Fünftel des globalen Ölverbrauchs abgewickelt wird, fließt derzeit kaum Öl. Das sorgt für eine Verknappung.
APA/Reuters





