Uniper-Chef: Müssen deutsche Gasspeicher schneller füllen

28. Mai 2026, Düsseldorf/Wien
Gasspeicher in Deutschland zu 31 % gefüllt, in Österreich zu 45 %
 - Düsseldorf, APA/AFP

Der deutsche Energiekonzern Uniper hat mit Blick auf den Winter mehr Tempo beim Befüllen der Gasspeicher gefordert. „Die Füllstände steigen nun seit März, aber es geht trotzdem viel zu langsam“, kritisierte Vorstandschef Michael Lewis in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „Falls wir die Gasspeicher nicht rasch füllen, bekommen wir ein Problem im nächsten Winter.“ Uniper betreibt selbst Gasspeicher.

Der Konzern hat bei der Bundesnetzagentur die Stilllegung des Erdgasspeichers im bayerischen Breitbrunn beantragt, da er sich wirtschaftlich nicht mehr rechnet. Nach Zahlen von Gas Infrastructure Europe sind die Gasspeicher in Deutschland derzeit zu 30,64 Prozent gefüllt. Vor einem Jahr lag der Wert bei 38,65 Prozent. Die Preise sind im Zuge des Irankriegs deutlich gestiegen, wodurch eine Lagerung weniger attraktiv ist. Lewis plädierte dem Interview zufolge mittelfristig für das in Frankreich praktizierte Regulierungsmodell, in dem bestimmte Preise vom Regulierer garantiert werden. Das österreichische Modell einer strategischen Gasreserve halte er nur für die zweitbeste Option für Deutschland.

Auch der scheidende OMV-Chef Alfred Stern hat vor anhaltenden Rohstoffengpässen durch den Iran-Krieg und Problemen bei der Befüllung der europäischen Gasspeicher gewarnt. Zwar sei die kurzfristige Versorgung mit Gas gesichert, die eigentliche Herausforderung liege jedoch in den Speicherfüllständen für die kommenden Monate, sagte Stern am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Wien. In Österreich sind die Gasspeicher laut Austrian Gas Grid Management (AGGM) derzeit zu 45 Prozent gefüllt, vor einem Jahr waren es 53 Prozent.

APA/Reuters