TotalEnergies plant Ausstieg aus Windkraft-Projekten

19. Mai 2026, Hamburg/La Defense
Konzern verweist auf veränderte Rahmenbedinungen
 - La Défense, APA/AFP

Der französische Energiekonzern TotalEnergies will laut einem Bericht von NDR und „Süddeutscher Zeitung“ aus Windparks in der deutschen Nord- und Ostsee aussteigen. TotalEnergies wolle bereits reservierte Flächen zurückgeben, berichteten die Medien unter Berufung auf ein internes Positionspapier des Unternehmens.

Bis 2030 soll die Offshore-Kapazität in Deutschland 30 Gigawatt erreichen. Aktuell sind vor den deutschen Küsten Windräder mit einer Kapazität von weniger als zehn Gigawatt im Betrieb.

2023 hatte TotalEnergies laut Bericht noch fast sechs Milliarden Euro für die Flächen geboten und 2024 noch einmal mit fast zwei Milliarden Euro nachgelegt. Wenn der Konzern nun aussteige, stehe der Erfolg der deutschen Energiewende auf dem Spiel, schrieben die Medien.

Konzern verweist auf veränderte Rahmenbedinungen

Im Positionspapier heißt es demnach, einzelne Projekte aus den Auktionsrunden 2023 bis 2025 könnten „voraussichtlich nicht realisiert“ werden. Als Grund führe das Unternehmen die Verzögerungen im Netzausbau und Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen an. Das Unternehmen wolle seine Flächen deshalb zurückgeben.

TotalEnergies teilte NDR und „Süddeutscher Zeitung“ mit, das Unternehmen habe bereits viel in die Umsetzung seiner Offshore-Wind-Projekte investiert. „Unsere Priorität ist und bleibt die Entwicklung der Flächen“, erklärte demnach ein Unternehmenssprecher. Es sei ein Vorschlag zum Umgang mit den entstandenen Verzögerungen.

Dem Bericht zufolge hat TotalEnergies erst zehn Prozent der Gebotssumme bezahlt – knapp 800 Millionen Euro – sowie eine Sicherheitsleistung in Höhe von 750 Millionen Euro hinterlegt. Die Erträge aus früheren Offshore-Versteigerungen sind demnach aber bereits verplant, ein Großteil soll dafür genutzt werden, die Netzentgelte und damit die Strompreise in Deutschland zu deckeln.

Ein Sprecher des deutschen Bundeswirtschaftsministeriums sagte NDR und „Süddeutscher“, es sei gesetzlich geregelt, „dass ein Zuschlag nicht zurückgegeben werden darf“. Derzeit gebe es keinen Grund, an der Realisierung des Projekts zu zweifeln.

APA/AFP