
Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz betrachtet Brasilien als potenziell wichtigen Rohstofflieferanten für Deutschland. „Brasilien verfügt über ein enormes Potenzial bei Seltenen Erden“, sagte Merz am Montag auf den deutsch-brasilianischen Wirtschaftstagen in Hannover. „Nach Schätzungen sind es weltweit die zweitgrößten Reserven.“ 90 Prozent seien es bei den bekannten Reserven des kritischen Rohstoffs Niob, der für die Solarzellenproduktion dringend gebraucht wird.
Zudem gebe es große Chancen beim kostengünstigen Abbau bestimmter Metalle, die für die E-Mobilität und für Windkraftanlagen benötigt würden. „Das ist natürlich auch für Deutschland alles hochattraktiv.“ Schon 2024 hätten die Rohstoffimporte aus Brasilien ein Volumen von etwa drei Milliarden Euro gehabt.
Handelsvolumen soll durch Mercosur-Abkommen stark steigen
„Deutschland ist dazu bereit, Brasilien mit technologischem Know-how und Expertise zu unterstützen, um diese Beziehungen weiter auszubauen“, sagte Merz auf die brasilianische Forderung nach mehr Technologietransfer und Verarbeitungskapazitäten. Merz betonte, dass es mit dem EU-Mercosur-Freihandelsabkommen möglich sei, das Handelsvolumen von rund 20 Milliarden Euro in 2024 stark zu steigern. „Ich schließe mich ausdrücklich dem ambitionierten Ziel an, dieses Handelsvolumen in den nächsten Jahren zu verdoppeln“, sagte er.
Auch Lula warb dafür, die Zusammenarbeit Europas und Lateinamerikas „immer produktiver, immer effektiver und immer besser“ zu machen. Wie Merz verteidigte er die auf Regeln und internationalen Institutionen basierende Weltordnung. „Die Welt kann nicht mit Lügen regiert werden“, sagte er. „Die Welt kann nicht so regiert werden, dass jemand glaubt, er sei wichtiger als andere, und Entscheidungen trifft, die er der Welt aufzwingt, als gäbe es keine Demokratie.“
Brasilien ist heuer Partnerland der Hannover-Messe. Am Nachmittag finden in Hannover auch deutsch-brasilianische Regierungskonsultationen statt.
APA/ag




