Industrie: WKO-Spartenobmann Erich Frommwald sieht Benachteiligung gegenüber Deutschland
Die Industrie sieht zwar in etlichen Bereichen Anzeichen für einen leichten Aufschwung, aber auf der Kostenseite gibt es vor allem bei den Energiepreisen keine Anzeichen für eine Entlastung. „Im Gegenteil, die Energiepreise bleiben für uns die zentrale Belastung“, sagt der Obmann der Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer Oberösterreich, Erich Frommwald, im Gespräch mit den OÖNachrichten.
Die Kosten seien extrem gestiegen. Die Strompreise hätten sich von rund 90 Euro je Megawattstunde (MWh) auf 170 Euro im September gegenüber 2025 fast verdoppelt. Beim Erdgas sei die Lage noch dramatischer. Da lag der Preis im Herbst 2025 noch bei 33 Euro je MWh, habe sich auf 80 Euro im Durchschnitt im heurigen Jahr erhöht. In den vergangenen Tagen lag der Preis an der Börse über der 100-Euro-Marke.
Zwar hätten sich Industriebetriebe teilweise abgesichert, aber diese Preisdämpfung laufe auch wieder einmal aus. Und es sei nicht klar, wann man kaufen und Verträge abschließen solle.
Ein Thema, das die heimische Industrie schon länger ärgert und nach wie vor die Kosten ohne triftigen Grund treibt, ist die Energiezonentrennung zwischen Deutschland und Österreich. Da zwischen den beiden Ländern ein Flaschenhals den Energiefluss beeinträchtigt, gebe es auch keinen einheitlichen Markt. „Die Trennung von Deutschland hat dazu geführt, dass wir mittlerweile 28 Euro mehr pro Megawattstunde Strom bezahlen als die deutschen Unternehmen. Das war in den ersten neun Monaten ein Betrag von 640 Millionen Euro an Mehrkosten für die österreichische Wirtschaft“, sagt Frommwald und drängt auf eine Lösung.
Er mahnt auch, bei der Abscheidung und Speicherung von CO2 Tempo aufzunehmen. „Es gibt bestimmte chemische Prozesse, bei denen sich CO2 nicht vermeiden lässt. Also sollte man danach trachten, dieses CO2 zu speichern.“ Mit der RAG läuft derzeit ein Pilotprojekt, das die Speicherung in alten unterirdischen Gaslagerstätten in Oberösterreich ermöglicht.
Energietag am 4. November
Wie wandelt sich unser Energiesystem? Darüber diskutieren am Mittwoch ab 14.30 Uhr in der Wirtschaftskammer Oberösterreich Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung, die OÖNachrichten richten die Veranstaltung mit der WKOÖ, der Energie AG und der Linz AG gemeinsam aus. Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldung an energietag@wkooe.at
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