
Die deutsche Regierung will die Raffineriestandorte in Deutschland langfristig sichern und den Umbau der Branche auf klimafreundlichere Energieträger vorantreiben. Dazu startete das von der CDU-Politikerin Katherina Reiche geführte Wirtschaftsministerium am Freitag einen Dialog mit der Mineralölwirtschaft, an dessen Ende eine Raffineriestrategie stehen soll. Diese werde anschließend dem Kabinett vorgelegt, teilte das Ministerium mit.
Auch Bundesländer, Gewerkschaften und betroffene Industriezweige würden einbezogen. Der Erhalt der Raffineriekapazitäten sei eine strategische Priorität der Industriepolitik.
Deutschland verfügt über elf Raffineriestandorte mit einer jährlichen Verarbeitungskapazität von gut 92 Millionen Tonnen Rohöl. Die Anlagen liefern neben Kraftstoffen auch wichtige Vorprodukte etwa für die Chemie- und Pharmaindustrie. Ihr Wegfall könne nicht durch Importe ausgeglichen werden und würde insbesondere Unternehmen der Chemieindustrie in ihrer Existenz bedrohen oder zur Abwanderung zwingen, warnte das Ministerium. Zugleich stehe die europäische Raffinerieindustrie unter strukturellem Druck. Für den schrittweisen Umbau auf nachhaltige statt fossile Rohstoffe seien Investitionen in Milliardenhöhe erforderlich.
APA/Reuters




