
Im süditalienischen Kalabrien hat am Freitag ein Protest der Lkw-Transportunternehmen gegen die hohen Kraftstoffpreise begonnen. Die von der regionalen Logistikvereinigung Fedralog ausgerufenen Protestaktionen sollen bis zum 20. Oktober andauern. Die Lastwagen wurden am Straßenrand aufgestellt, ohne die Verkehrswege vollständig zu blockieren. Die Protestaktion wird von den Ordnungskräften überwacht. Dennoch kommt es aufgrund verengter Fahrbahnen zu Verkehrsbehinderungen.
In der Region wurden rund 15 Proteststandorte eingerichtet, darunter im Bereich des Flughafens Lamezia Terme, am Hafen von Gioia Tauro sowie im Raum Cosenza nahe den Anschlüssen zur Autobahn. Die Aktionen kommen zu den seit Tagen andauernden Protesten der Landwirte gegen die hohen Treibstoffpreise hinzu, berichteten italienische Medien.
Unmut im Transportgewerbe
Die steigenden Kraftstoffpreise lösen landesweit zunehmenden Unmut im Transportgewerbe aus. Während in Apulien bereits eigenständige Blockadeaktionen angelaufen sind, sind weitere Proteste autonomer Gruppen in Kalabrien und auf Sizilien in den kommenden Tagen angekündigt.
Die Regierung um Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat für den 27. Oktober ein Gespräch im Verkehrsministerium in Rom angesetzt. Der Präsident des Transportverbands Conftrasporto, Pasquale Russo, bezeichnete die Proteste als spontane Aktionen, die nicht von den Branchenverbänden ausgerufen oder gesteuert werden. Dies mache die Lage besonders besorgniserregend, da es die zunehmende Verzweiflung der Unternehmen widerspiegele.
Auch der Verband Unatras, der nationale Zusammenschluss der Güterverkehrsverbände, spricht von einer weitverbreiteten und nicht länger tragbaren Belastung der Unternehmen. Beide Organisationen fordern die Regierung Meloni zu einem sofortigen Eingreifen auf. Sollte es nicht kurzfristig zu Gesprächen kommen, müsse ein landesweiter Transportstopp geprüft werden, warnte Russo. Unatras sieht andernfalls die Gefahr einer vollständigen Lähmung des Sektors.
Nicola Delle Donne, Präsident des Unternehmerverbands Confindustria in der Adria-Region Apulien, warnte unterdessen, dass zahlreiche Betriebe wegen fehlenden Kraftstoffs ihre Tätigkeit einstellen könnten. Betroffen seien unter anderem die Transportbranche, die Infrastrukturwirtschaft und das Baugewerbe.
APA





