Rund 200.000 Kunden von eww, Energie AG und Linz AG müssen zwischen 3,1 und sechs Prozent mehr bezahlen
Ab heute, 1. August, gelten neue Fernwärmepreise in Oberösterreich. Die Linz AG, der Landesversorger Energie AG und die Welser eww erhöhen die Tarife. In Linz steigen sie um sechs Prozent, bei der Energie AG um 5,45 Prozent und in Wels um 3,1 Prozent.
Die Preisbehörde habe die Anträge nach einer fachlichen Prüfung genehmigt, teilt das Büro des zuständigen Landesrats Stefan Kaineder (Grüne) mit. Seit den 1980er-Jahren legt das Land Höchstgrenzen fest. Die drei großen Anbieter (ganz bzw. überwiegend in öffentlichem Eigentum) müssen Preisanpassungen beantragen.
Die Linz AG argumentiert die Erhöhung mit der „angespannten allgemeinen Kostenlage“. Vor allem die Erzeugungskosten, etwa bei Gas, seien stark gestiegen. Für einen durchschnittlichen Haushalt mit 70 Quadratmetern Wohnfläche bedeutet der neue Tarif monatliche Mehrkosten von knapp sechs Euro. Trotzdem habe man weiter den „günstigsten Tarif im Landeshauptstädtevergleich“.
Die Energie AG erklärt, dass die Preiserhöhung „auf dem vom Land Oberösterreich 2015 eingeführten Kalkulationsmodell basiert und die tatsächliche Entwicklung unserer Kostenstruktur abbildet“. Sie bringt rund einen Euro pro Monat Mehrkosten pro zehn Quadratmeter Wohnfläche.
„Die unterschiedlich hohen Preissteigerungen zeigen, wie wichtig der eingesetzte Energieträger ist. Je weniger ein Fernwärmenetz von fossilen Brennstoffen und ihren Preissprüngen abhängt, desto stabiler können die Preise langfristig bleiben“, sagt Kaineder. Er fordert die Versorger auf, schneller den Anteil der erneuerbaren Energien bei der Fernwärme zu erhöhen. Sowohl Linz AG als auch Energie AG betonen, das ohnehin zu forcieren. Erstere verweist etwa auf den in Bau befindlichen Wärmewandler, Letztere auf die Unternehmensstrategie Loop.
Die Energie AG hat am Freitag angesichts der Unsicherheit auf den internationalen Energiemärkten auch bekannt gegeben, dass die zwölfmonatige Preisgarantie beim Strompreis für Kunden aufrechtbleibe und dass die Preisgarantie für bestehende Gaskunden bis 30. April 2027 verlängert werde.
(az)
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