
Der österreichische Öl-, Gas- und Chemiekonzern OMV hat im zweiten Quartal 2026 einen kräftigen Anstieg im operativen Geschäft verbucht. Das um Lagereffekte bereinigte operative Ergebnis vor Sondereffekten (CCS) stieg im Zeitraum April bis Juni im Jahresvergleich um 65 Prozent auf 1,71 Mrd. Euro. Der unbereinigte Periodenüberschuss nach Minderheiten betrug im ersten Halbjahr 2,015 Mrd. Euro, war aber durch Einmaleffekte infolge der Borealis-Dekonsolidierung stark beeinflusst.
Das Ergebnis enthält Netto-Sondereffekte in Höhe von 743 Mio. Euro aus dem ersten Quartal 2026, die vor allem aus dem Buchgewinn von 886 Mio. Euro durch den Beherrschungsverlust und die Dekonsolidierung des Borealis-Konzerns im Zuge der Fusion zu Borouge International und aus der Auflösung von Rückstellungen stammten, wie die OMV am Freitag mitteilte.
Im zweiten Quartal hätten negative Sondereffekte von 473 Mio. Euro ergebnismindernd gewirkt. Diese kamen vor allem aus Restrukturierungen und Bestandsanpassungen bei Borouge International. Der unbereinigte Überschuss nach Minderheiten lag im zweiten Quartal bei 529 Mio. Euro. Der um diese Sondereffekte bereinigte CCS-Periodenüberschuss nach Minderheiten belief sich im zweiten Quartal auf 929 Mio. Euro.
Operatives Geschäft in allen drei Sparten gewachsen
Die Konzernumsatzerlöse aus fortgeführten Geschäftsbereichen erhöhten sich im abgelaufenen Quartal um 39 Prozent auf 8,059 Mrd. Euro. Im Geschäftsbereich Energy (Exploration & Production) legte das bereinigte operative Ergebnis um 50 Prozent auf 885 Mio. Euro zu. Ein höherer Preis für Brent-Rohöl von durchschnittlich 103,85 Dollar je Barrel (plus 53 Prozent) sowie gestiegene Gaspreise (37,83 Euro je MWh) glichen den kriegsbedingten Produktionsrückgang auf 291.000 Barrel Öläquivalent pro Tag aus.
Im Bereich Fuels kletterte das CCS operative Ergebnis um 85 Prozent auf 446 Mio. Euro. Die europäische Raffinerie-Referenzmarge stieg auf 20,33 Dollar je Fass und die Auslastung der Raffinerien lag bei 90 Prozent. Regulatorische Maßnahmen in Österreich und Rumänien wirkten sich hingegen dämpfend auf das Ergebnis aus. In der Chemiesparte wuchs das operative Ergebnis auf 429 Mio. Euro, getragen von gestiegenen Olefinpreisen und dem ersten Beitrag des neuen Joint-Ventures Borouge International.
Ausblick und Dividende
OMV-Konzernchef Alfred Stern, der den Vorstandsvorsitz bald an Emma Delaney übergibt, verwies angesichts des volatilen Marktumfelds und regulatorischer Eingriffe auf ein „starkes Ergebnis“ im abgelaufenen Quartal. Die von der Hauptversammlung beschlossene Gesamtdividende für das Geschäftsjahr 2025 in Höhe von 4,40 Euro je Aktie, bestehend aus 3,15 Euro regulärer Dividende und 1,25 Euro Sonderdividende, wurde laut Unternehmensangaben bereits ausgeschüttet.
Für das Gesamtjahr 2026 plant die OMV organische Investitionen von rund 3,4 Mrd. Euro. Erwartet wird ein Brent-Rohölpreis zwischen 85 und 95 Dollar je Barrel sowie ein realisierter Gaspreis von rund 40 Euro je Megawattstunde. Die Kohlenwasserstoffproduktion schätzt das Management auf 280.000 bis 290.000 Barrel Öläquivalent pro Tag, vorbehaltlich einer Aufhebung der Schifffahrtsbeschränkungen in der Straße von Hormuz.
APA



