
Die starke Nachfrage aus der Elektronikindustrie beflügelt das Geschäft des weltgrößten Industriegasekonzerns Linde. Der Umsatz des amerikanisch-deutschen Unternehmens sprang im zweiten Quartal um 9 Prozent auf 9,3 Milliarden Dollar (8,1 Mrd. Euro) nach oben, wie Linde am Freitag mitteilte. Mit Elektronik-Herstellern, zu denen auch die Chipindustrie zählt, machte Linde allein 18 Prozent mehr Umsatz.
Am stärksten wuchs der Umsatz in der Region Asien-Pazifik mit 13 Prozent. Auf dem größten Markt Amerika und in Europa waren es jeweils sieben Prozent. Der bereinigte operative Gewinn stieg um sieben Prozent auf 2,7 Mrd. Dollar und traf damit die Erwartungen von Analysten, die bereinigte Umsatzrendite ging damit leicht auf 29,5 (2025: 30,0) Prozent zurück.
Mit einem der weltgrößten Chip-Konzerne kommt Linde gleich zweifach ins Geschäft: Für dessen Fabrik in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona baut und betreibt Linde für eine Milliarde Dollar zwei weitere Luft-Zerleger und liefert Stickstoff, Sauerstoff und Argon. Das Joint Venture Linde LienHwa investiert 800 Millionen Dollar in Taiwan, um denselben Kunden mit Gasen zu beliefern. Linde-Chef Sanjiv Lamba sagte am Freitag, der Konzern habe nun im Gase-Geschäft einen Auftragsbestand von 8,1 Mrd. Dollar, in der Anlagenbau-Sparte kommen Aufträge über weitere 3,0 Mrd. Dollar hinzu. Linde Engineering steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um 13 Prozent.
Für 2026 mehr Investitionen geplant als bisher
Linde grenzte die Gewinnprognose für das Gesamtjahr ein: Das Ergebnis je Aktie soll 2026 zwischen 17,70 und 17,90 Dollar liegen, 8 bis 9 Prozent höher als im vergangenen Jahr. Bisher lag die Untergrenze bei 17,60 Dollar. Dafür seien nun Investitionen von 5,5 bis 6,0 Mrd. Dollar geplant, 500 Millionen mehr als bisher. Im laufenden dritten Quartal werde das Gewinnwachstum mit sechs bis acht Prozent etwas geringer ausfallen.
APA/Reuters



