
Immer mehr heimische Haushalte und Betriebe setzen auf Wärmepumpen. Derzeit sind hierzulande rund 550.000 dieser Heiz- und Kühlsysteme in Betrieb, wie aus einer am Donnerstag präsentierten Studie der Österreichischen Energieagentur (AEA) hervorgeht. AEA-Geschäftsführer Franz Angerer sprach dabei von einem „dynamischen Wachstum“ und rechnet bis 2040 mit 1,3 Millionen Wärmepumpen. Energiestaatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) will bei „manchen Regularien“ nachbessern.
Wärmepumpen nutzen Wärme aus der Umwelt, um Gebäude zu heizen. Sie gelten als klimafreundliche Alternative zu Erdgas und Heizöl. Primär spielen Wärmepumpen in Haushalten eine Rolle. Die rund 4 Millionen Wohnungen in Österreich werden laut Angerer zu einem Drittel mit Fernwärme, einem Drittel mit Öl und Gas und einem Drittel mit Wärmepumpen und Biomasse beheizt.
Hoher Stromverbrauch
Zwar würden 1,3 Millionen Wärmepumpen den Stromverbrauch merklich erhöhen, seien aber im Verhältnis zum prognostizierten Gesamtstromverbrauch durchaus „gut integrierbar ins Stromsystem“, sagte Angerer bei der gemeinsamen Pressekonferenz. So könnten etwa gut gedämmte Gebäude die Wärmepumpe 5 bis 8 Stunden abstellen – „ohne, dass es jemand merkt“.
Grundsätzlich könnten Verbraucherinnen und Verbraucher mit Wärmepumpen den „Markt entlang fahren“, und sie nur dann einschalten, wenn Strom billig ist. Ein Großteil der in den vergangenen Jahren verbauten Wärmepumpen könnte auch kühlen, betonte auch Richard Freimüller von Wärmepumpe Austria, der die AEA-Studie beauftragt hat. Er regt Schulungen zu diesem Thema etwa für Hausverwaltungen an.
„Flexible“ Verbraucherinnen und Verbraucher
Zehetner will unterdessen „flexible“ Verbraucherinnen und Verbraucher belohnen. Ihrer Vorstellung nach sollen jene, die ihre Wärmepumpe „netzdienlich“ – also etwa außerhalb der Spitzenzeiten – in Betrieb nehmen, auch monetär davon profitieren. Dadurch könnte das Stromnetz entsprechend entlastet und die Netzausbaukosten gesenkt werden. Zudem „müssen wir uns das Wohnrecht genauer anschauen“, betonte Zehetner. Die Hürden für den Einbau einer Wärmepumpe oder Klimaanlage in Miet- und Eigentumswohnungen sind hoch, notwendig ist dafür nämlich die Zustimmung von Vermietern und allen anderen Hausparteien. Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) hatte zuletzt Erleichterungen beim Einbau von Klimaanlagen in Wohnungen in Aussicht gestellt.
Kritik, dass Förderungen für Wärmepumpen gestrichen wurden, kann die ÖVP-Politikerin nicht nachvollziehen. Förderungen seien für Technologien, die erst in den Markt eintreten, betonte Zehetner. Wärmepumpen hätten sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt und seien „wesentlich“ günstiger geworden. Auch Angerer erklärte: Das Produkt sei „längst aus den Kinderschuhen draußen“, es gebe bereits gut etablierte Produkte am Markt, die ohnedies gekauft werden.
APA




