Pipelinegesellschaft SIOT meldete 2025 Nettogewinn

19. Juni 2026, Triest/Österreich
SIOT betreibt die Transalpine Ölpipeline (TAL)
 - Triest, APA/EXPA/JFK

Die italienische Betreibergesellschaft der Transalpinen Ölpipeline (TAL), SIOT, meldet für 2025 einen Nettogewinn von 2,9 Mio. Euro. Die Pipeline ist für Österreichs Energieversorgung zentral, da die OMV in Schwechat mehr als 90 Prozent ihres Rohöls über diese Leitung bezieht. Trotz eines mutmaßlichen Sabotageakts im heurigen Frühjahr, der den Betrieb kurzzeitig stoppte, erwartet das Unternehmen für heuer weiteres Wachstum.

Das transportierte Rohölvolumen stieg 2025 im Jahresvergleich um 3,9 Prozent auf 41,6 Millionen Tonnen. Die SIOT erhöhte ihre Umsatzerlöse um 16,8 Prozent auf 116 Mio. Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag bei 11,4 Mio. Euro, das Betriebsergebnis bei 5,5 Millionen. Die Investitionen in die italienische Infrastruktur wurden im vergangenen Jahr deutlich von 45,8 auf 70,5 Mio. Euro angehoben.

Pipeline versorgt auch Süddeutschland und Tschechien

Zusammen mit den Ländergesellschaften in Österreich und Deutschland erzielte die TAL-Gruppe 2025 nicht konsolidierte Umsätze von 208,3 Mio. Euro und einen Nettogewinn von 7,9 Mio. Euro. Von der insgesamt 753 Kilometer langen Pipeline verlaufen 161 Kilometer durch Kärnten, Salzburg und Tirol. Neben Österreich werden auch Raffinerien in Süddeutschland und der Tschechischen Republik versorgt.

Wie wichtig die Pipeline auch für die Versorgung Österreichs ist, zeigte sich Ende März 2026: Unbekannte hatten in der norditalienischen Provinz Udine mit einer Brennschneidflamme einen Strommast beschädigt, der die Pumpanlagen der TAL speist. Der Betrieb der Pipeline war dadurch für drei Tage unterbrochen. Die Lieferunterbrechung konnte von der OMV durch Lagerbestände abgefedert werden. Die italienische Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Sabotage.

„Das Jahr 2025 hat die strategische Bedeutung der Transalpinen Ölpipeline für die Energiesicherheit Mitteleuropas bestätigt“, betonte SIOT-Präsident Alessandro Gorla. Für das laufende Jahr geht das Unternehmen von weiterem Wachstum aus. Trotz anhaltender internationaler Konflikte und der Spannungen rund um die Straße von Hormuz lagen die am Marine-Terminal in Triest umgeschlagenen Mengen in den ersten fünf Monaten 2026 um mehr als 6 Prozent über dem Vorjahreszeitraum.

APA