
Nach einer erfolgreichen Pilotanlage in Gabersdorf in der Südsteiermark errichtet die Energie Steiermark ab Herbst eine mehr als doppelt so große Elektrolyse-Anlage für grünen Wasserstoff im weststeirischen Bergla. Es wird sich bei der Fertigstellung 2027 um die größte industrielle Anlage dieser Art in der Steiermark handeln und sie wird die zur Sandvik-Gruppe gehörende Wolfram AG mit jährlich bis zu 750 Tonnen grünen Wasserstoff versorgen, hieß es am Freitag.
Die Anlage wird rund 25 Mio. Euro kosten, die von der Energie Steiermark aufgebracht werden. Für den grünen Wasserstoff-Hub wird Wolfram als erster Pilotkunde fungieren, eine Erweiterung der Anlage sei bereits jetzt angedacht, hieß es seitens des Landesenergieversorgers. Vorerst ist die Herstellung des grünen Wasserstoffs – er wird mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen produziert – allerdings noch nicht wirtschaftlich darstellbar. Deshalb gewährt das Wirtschaftsministerium über zehn Jahre gerechnet eine Förderung von 28,5 Mio. Euro. Die entsprechende Vertragsunterzeichnung mit Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) hat am Freitag stattgefunden.
Einbindung in Pipelines der europäischen Wasserstoff-Netze
Die neue Elektrolyse-Anlage hat eine Leistung von 5 Megawatt (MW). Der produzierte grüne Wasserstoff sorgt für eine CO2-Einsparung von bis zu 8.500 Tonnen jährlich. Für Wolfram sei die langfristige Versorgung mit grünem Wasserstoff ein entscheidender Hebel zur Reduktion von Emissionen in den Kernprozessen der Produktion und stelle einen zentralen Schritt auf dem Weg zu Netto-Null-Emissionen bis 2050 dar. Wolfram stellt hochwertiges Wolframpulver her.
Der für die Produktion im H2-Hub erforderliche Grün-Strom wird zum größten Teil aus den neu errichteten Windparks der Energie Steiermark im Bezirk Deutschlandsberg kommen. Eine rund ein Kilometer lange Leitung wird den Wasserstoff-Produktionsstandort in Bergla direkt mit dem Industriegebiet rund um St. Martin, wo auch die Wolfram AG zu finden ist, verbinden. Eine spätere Einbindung der Anlage in die Pipelines der europäischen Wasserstoff-Netze sei eingeplant.
APA




