
Der Energiekonzern Uniper ist mit den Erdgas-Preissprüngen auf den Weltmärkten infolge des Iran-Kriegs im ersten Quartal gut zurechtgekommen. „Uniper ist gegenüber extremen Marktbewegungen resilienter aufgestellt als in der Vergangenheit“, sagte Vorstandschef Michael Lewis am Dienstag laut Mitteilung in Düsseldorf. „Wir beziehen derzeit kein LNG aus dem Nahen Osten.“
Das Gas- und LNG-Beschaffungsportfolio sei gegenüber geopolitischen Risiken und daraus resultierenden Marktschwankungen breit aufgestellt, so Lewis weiter. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes EBITDA) betrug im ersten Quartal 407 Millionen Euro nach einem Minus von 139 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Auch das bereinigte Nettoergebnis war wieder positiv und lag bei 231 Mio. Euro, nachdem Deutschlands größter Gasgroßhändler ein Jahr zuvor noch einen Verlust von 143 Mio. Euro verzeichnet hatte. Uniper bestätigte zudem seine Prognose für das Gesamtjahr.
Das schwedische Wasser- und Kernkraftgeschäft des Konzerns habe von einem höheren Preisniveau profitiert, so Uniper weiter. Dies sei an einer geringeren Windstromproduktion und trockenem Wetter in Skandinavien gelegen. Belastend wirkten eine ungeplante Abschaltung des schwedischen Kernkraftwerks Oskarshamn 3. Auch unerwartet geringe Wasserzuflüsse in der deutschen Wasserkraft beeinträchtigten den Angaben zufolge das Ergebnis. Im Gasgeschäft fielen hingegen Optimierungskosten aus den Vorjahren weg. In der Flexiblen Erzeugung halfen höhere Ergebnisbeiträge aus dem britischen Kapazitätsmarkt.
Uniper ist zuversichtlich, Ergebnisprognose 2026 zu erreichen
Der Vorstand des Energiekonzerns rechnet für das Gesamtjahr weiterhin mit einem bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen in Höhe von 1,0 bis 1,3 Milliarden Euro. Der bereinigte Nettogewinn soll zwischen 350 und 600 Millionen Euro landen. „Selbst wenn die Energiemärkte aufgrund der weiterhin angespannten geopolitischen Situation volatil bleiben, sind wir zuversichtlich, unsere Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2026 zu erreichen“, sagte Finanzchef Christian Barr laut Mitteilung.
Uniper war als größter deutscher Gasimporteur 2022 in Schieflage geraten, als Russland nach dem Angriff auf die Ukraine kein Gas mehr lieferte. Deutschland rettete das Unternehmen mit Milliardenbeihilfen und wurde quasi Alleineigentümer. Bis Ende 2028 muss Deutschland seine Anteile deutlich reduzieren.
APA/dpa-AFX



