Neue Energiegemeinschaft bringt Sonnenstrom für Mieter

28. April 2026, St. Pölten

Statzendorf. Pilotprojekt zeigt, wie Wohnbau und Energiewende zusammengehen.

In Statzendorf (Bezirk St. Pölten) geht die WET Gruppe, die größte gemeinnützige Bauvereinigung in Niederösterreich, neue Wege in der Energieversorgung. Auf den Dächern einer Wohnhausanlage mit sechs Häusern wurden Photovoltaikmodule installiert und bilden so eine gemeinschaftliche Erzeugungsanlage.


Der produzierte Strom wird direkt in den Gebäuden genutzt, für die Mieterinnen und Mieter bedeutet das einen Strompreis von 16 Cent pro Kilowattstunde – deutlich günstiger als der aktuelle Marktpreis, der bei rund 25 Cent liegt. „Das erreichen wir, indem die Netzentgelte durch die derzeitige Gesetzeslage entfallen“ erklärt Anton Hechtl vom Ökostrom Kollektiv. Das Unternehmen ist für den Betrieb, die Organisation und die direkte Abrechnung mit den Bewohnerinnen und Bewohnern zuständig. Strom, der zusätzlich benötigt wird, kommt weiterhin vom klassischen Energieversorger, Überschüsse werden ins Netz eingespeist.
Die Sanierungsordnung beispielsweise vereinfacht Umbauten und Sanierungen bestehender Gebäude.


Energieunabhängigkeit


Durch die Energiegemeinschaft möchte man ein Stück Energieunabhängigkeit erreichen. „Egal, was in der Ukraine oder in Russland passiert, unser Strom ist unabhängig“, sagt Hechtl. Nicht zuletzt gehe es den Unternehmen auch um ein „Gemeinschaftsgefühl“. Der Strom werde gemeinsam erzeugt, genutzt und der Nutzen gemeinsam geteilt.


Landesrätin für Wohnbau Christine Teschl-Hofmeister zeigte sich begeistert: „Das ist ein zeitgemäßes und wichtiges Thema, geförderter Wohnbau setzt hier konsequente Maßnahmen für leistbares und ökologisches Wohnen.“ Sie erhoffe sich, dass auch andere Wohnbauträger das in Zukunft nachmachen werden.


Ausweitung geplant


Langfristig soll das Modell ausgeweitet werden. Die WET Gruppe plant, noch heuer rund 30 weitere Anlagen in solche Energiegemeinschaften umzuwandeln. Insgesamt betreut das Unternehmen rund 1.200 Gebäude in Ostösterreich – viele davon könnten künftig Teil des Systems werden. Dann möchte man auch damit beginnen, bestehende Anlagen zu erweitern. Ziel ist es, regional erzeugten Strom stärker zu nutzen, die Netze zu entlasten und die Energiekosten für Mieterinnen und Mieter dauerhaft zu senken.

Kurier