Industriegase-Konzerne profitieren vom KI-Boom

29. Oktober 2026, Dublin/Paris
Linde hat Gewinnprognose weiter erhöht
 - Pullach, APA/dpa

Die weltgrößten Industriegasehersteller Linde und Air Liquide profitieren vom KI-Boom. Beide übertrafen im dritten Quartal die Erwartungen von Analysten, weil die Nachfrage nach Gasen für die Produktion von Hochleistungs-Chips für künstliche Intelligenz (KI) kräftig steigt. Beim amerikanisch-deutschen Marktführer Linde erhöhte sich der bereinigte Gewinn je Aktie (EPS) in den Sommermonaten um 9 Prozent auf 4,59 Dollar (4,12 Euro), wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Analysten hatten im Schnitt nur mit 4,52 Dollar gerechnet. Die Verkaufserlöse wuchsen ebenfalls um 9 Prozent auf 9,4 Milliarden Dollar. Allein der Umsatz mit Kundinnen und Kunden aus der Elektronikindustrie stieg um 15 Prozent.

Gewinnprognose weiter nach oben gesetzt

Im Juli hatte Linde einen langfristigen Liefervertrag für hochreine Industriegase mit einem der weltgrößten Halbleiterhersteller bekanntgegeben.

Die Gewinnprognose für das laufende Jahr setzte Linde nochmals leicht nach oben: auf 17,82 bis 17,92 (bisher 17,70 bis 17,90) Dollar je Aktie. Das wäre ein Plus von 8 bis 9 Prozent. Grund dafür ist ein größerer Rückenwind aus Wechselkurseffekten. Für das vierte Quartal prognostiziert Linde ein Gewinnwachstum von 5 bis 7 Prozent auf 4,40 bis 4,50 Dollar je Aktie.

Geschäft läuft besser als erwartet

Auch bei der französischen Air Liquide läuft das Geschäft besser als Analysten erwartet hatten. Der Umsatz stieg im dritten Quartal um drei Prozent auf 7,26 Milliarden Euro. Die Elektroniksparte legte allein um 12 Prozent zu. Air Liquide hatte angesichts des KI-Booms die südkoreanische DIG Airgas für 2,85 Milliarden Euro gekauft und ein neues Werk in Taiwan gebaut.

APA/Reuters