
Der US-Finanzinvestor Carlyle hat sich aus dem Bieterrennen um die internationalen Vermögenswerte des russischen Ölkonzerns Lukoil zurückgezogen. Carlyle verfolge deren Erwerb nicht länger aktiv, teilte ein Sprecher am Freitag mit. Weitere Details nannte er nicht. Carlyle hatte sich Ende Jänner zunächst auf einen Kauf der Lukoil-Werte mit Ausnahme des Kasachstan-Geschäfts geeinigt.
Insidern zufolge verhandelte der Investor dabei über eine Partnerschaft mit den in Abu Dhabi ansässigen Investoren Mubadala, XRG und IHC sowie der US-Entwicklungsfinanzierungsgesellschaft DFC. Der zweitgrößte russische Ölproduzent Lukoil hatte die Vermögenswerte im vergangenen Jahr infolge der US-Sanktionen wegen des Krieges in der Ukraine zum Verkauf gestellt. Die zum Verkauf stehenden Auslandsaktivitäten werden weitgehend über die in Wien ansässige Lukoil International gesteuert, die Öl- und Gasprojekte des Konzerns außerhalb Russlands verwaltet.
Verkauf von Wiener Lukoil-Holding scheiterte an US-Behörde
Wie die APA kürzlich berichtete, war der Verkauf der Wiener Lukoil-Holding an den US-Finanzinvestor an der fehlenden Bewilligung des US-Finanzministeriums gescheitert. Die Erlaubnis wäre im Zusammenhang mit US-Sanktionen gegen Lukoil nötig gewesen.
Das ursprünglich mit rund 22 Milliarden Dollar (19,67 Mrd. Euro) bewertete Portfolio stieß auf Interesse von mindestens einem Dutzend Interessenten. Dazu zählten unter anderem der US-Ölkonzern Exxon Mobil sowie der frühere Eigentümer der Erotik-Plattform Pornhub, Bernd Bergmair. Im vergangenen Monat berichtete die „Financial Times“, dass sich der US-Milliardär Todd Boehly für ein Gebot um die internationalen Vermögenswerte von Lukoil die Unterstützung der US-Regierung sowie einflussreicher Kreise aus der Golfregion mit Verbindungen zur Familie von US-Präsident Donald Trump gesichert habe.
Zu den wichtigsten Auslandsbeteiligungen von Lukoil zählen Projekte in Kasachstan, dem Irak, Aserbaidschan und mehreren afrikanischen Ländern. Auch der russische Ölkonzern Rosneft wurde mit Sanktionen belegt, hat bisher jedoch keine Verkäufe angekündigt.
APA/Reuters



