Brent-Ölpreis fällt auf 98,98 Dollar

6. Oktober 2026, Wien
Wieder größere Mengen gehen durch die Straße von Hormuz
 - Ras Al-Khair, APA/AFP/GIUSEPPE CACACE

Die Ölpreise haben am Dienstag im frühen Handel nach den Verlusten am Vorabend wieder Boden gutgemacht. Im Verlauf des Vormittags ist der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im Dezember dann wieder auf 98,98 US-Dollar zurückgekommen und lag damit um 1,3 Prozent unter dem Vortagesschluss. Am späten Montagnachmittag waren die Ölnotierungen unter Druck geraten, bis dann am späten Abend eine Gegenbewegung einsetzte.

Brent-Öl hat sich seit Jahresbeginn noch immer um rund 65 Prozent verteuert. Die USA und Israel hatten den Iran im Februar angegriffen und damit Lieferungen beeinträchtigt sowie den Inflationsdruck verstärkt. Im weiteren Tagesverlauf veröffentlicht die US-Energiebehörde EIA ihren kurzfristigen Energieausblick.

In der Straße von Hormuz ist unterdessen einem Bericht zufolge erneut ein Tanker unter Beschuss geraten. Das berichtete die britische Behörde für Sicherheit in der Schifffahrt (UKMTO) auf der Plattform X unter Berufung auf den Kapitän. Am Montag sei zudem ein Schiff, das auf der Einfahrt in die Straße von Hormuz unterwegs war, von den iranischen Revolutionsgarden angewiesen worden, umzukehren, andernfalls würde das Schiff zum Ziel eines Angriffs.

Die Förderländer am Persischen Golf transportieren wieder größere Ölmengen durch die Straße von Hormuz. Kuwait teilte mit, derzeit etwa 75 Prozent der vor Beginn des Iran-Kriegs erreichten Ölmenge zu fördern. Der Irak will zusätzliche Schiffe anmieten, um seine Lieferungen durch die Straße von Hormuzzu transportieren.

Gleichzeitig hat der staatliche saudische Ölkonzern Saudi Aramco den Preis seiner wichtigsten Sorte Arab Light für asiatische Kunden auf den niedrigsten Stand seit sechs Jahren gesenkt. Damit will der Konzern Marktanteile gewinnen.

Die Erholung der Liefermengen, die saudischen Preissenkungen und die Freigabe strategischer Ölreserven belasteten zwar die Rohölpreise, sagte Naohiro Niimura, Partner bei der Energieberatung Market Risk Advisory, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die zunehmenden Kämpfe im Jemen und die Gefahr weiterer Angriffe begrenzten die Preisverluste jedoch. „Die Sorgen um das Angebot bleiben bestehen, weshalb es für den Markt schwierig ist, über längere Zeit auf fallende Preise zu setzen“, sagte Niimura weiter.

Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ist zuletzt gestiegen. Wie das OPEC-Sekretariat am Dienstag in Wien mitteilte, betrug der Korbpreis am Montag 111,72 US-Dollar je Barrel. Am Freitag hatte der Preis 110,10 Dollar betragen. Die OPEC berechnet diesen Preis auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells.

APA/dpa-AFX