Energie. Erneuerbare brauchen immer weniger staatliche Förderung. Der Solar-Boom ist ungebremst.
Nicht nur heuer fehlt der Regen, auch das vergangene Jahr war schon zu trocken. Die Folge: Österreichs Wasserkraftwerke konnten 2025 weniger Elektrizität erzeugen, der Anteil der Erneuerbaren am Inlandsstromverbrauch sank auf 78 Prozent, zeigt der EAG-Monitoringbericht der E-Control. Die gute Nachricht: Die Kilowattstunde Ökostrom war für den Staat so günstig zu haben, wie schon lange nicht. Bei manchen Fördernehmern stieg die Republik sogar mit einem Plus aus.
Konkret handelt es sich dabei um jene Wind- und Solaranlagen, die noch Einspeisetarife nach dem alten Ökostromgesetz erhalten. 9,75 Cent je Kilowattstunde bekamen sie 2025 von der staatlichen Oemag ausbezahlt. Die wiederum konnte den Strom um 9,89 Cent je kWh am Markt weiterverkaufen. In Summe blieb dem Staat ein Plus von sieben Millionen Euro.
Was kostet Ökostrom?
Jene Anlagen, die nach dem EAG mittels Marktprämie gefördert wurden, erhielten 129 Millionen Euro an staatlicher Förderung. Da sie in Summe aber mehr Strom erzeugt haben, als im Jahr zuvor, sanken die Kosten je Kilowattstunde für die Allgemeinheit auch hier. Dazu kommt die Investitionsförderung für Solaranlagen und Speicher, über die 2025 rund 173 Millionen Euro vergeben wurden. Zum Vergleich: Vor wenigen Jahren wurde der Erneuerbaren-Ausbau noch mit rund einer Milliarde Euro im Jahr angeschoben.
Dank der hohen Strompreise ist das nicht mehr notwendig. Gerade der Ausbau der Photovoltaik blieb 2025 auf hohem Niveau. Die im EAG festgelegte Zielgröße von elf Terawattstunden Solarstrom im Jahr 2030 wurde mit gut zehn TWh bereits im Vorjahr fast erreicht. Aufholbedarf ortet die Regulierungsbehörde hingegen bei Wind, Wasser und erneuerbaren Gasen. Bei der Windkraft war die E-Control zuversichtlich, den notwendigen Zubau von 1000 Gigawattstunden im Jahr erreichen zu können. Zwischen 2027 und 2029 würde eine Reihe an Projekten im Weinviertel ans Netz gehen, so E-Control-Chef Alfons Haber.
Biogas braucht ein Gesetz
Mit den heuer beschlossenen Energiegesetzen seien wichtige Grundlagen für einen schnelleren und effizienteren Ausbau der Erneuerbaren geschaffen worden. Zusätzlich seien leistungsfähige und zuverlässige Netze sowie Stromspeicher notwendig.
Deutlich hinter dem Ziel von fünf TWh blieb die Einspeisung von erneuerbarem Gas. Im Jahr 2025 lag die Einspeisung bei lediglich 0,16 TWh. Was der Branche fehlt, ist der versprochene gesetzliche Rahmen für einen weiteren Ausbau. Das Erneuerbaren-Gase-Gesetz (EGG) steht zwar im Regierungsprogramm von ÖVP, SPÖ und NEOS, eine Einigung konnten die Koalitionspartner aber bisher nicht erreichen.
Von Matthias Auer
Die Presse




