
Die Produktion von Benzin und Diesel in Deutschland ist im ersten Halbjahr gestiegen. Die Raffinerien stellten elf Millionen Tonnen Motoren- und Flugbenzin her und damit 1,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Bei Dieselkraftstoff fiel der Anstieg mit 9,4 Prozent auf 15,8 Millionen Tonnen noch deutlicher aus.
Der Wert der produzierten Kraftstoffe legte dabei ungleich stärker zu, was höhere Preise signalisiert. So stieg der Wert des hergestellten Benzins um 16,7 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro, während der Wert der Dieselproduktion sogar um 42,4 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro zunahm. Wegen der weitgehenden Sperrung der Straße von Hormus infolge des Iran-Kriegs sind die Weltmarktpreise für Rohöl in diesem Jahr deutlich gestiegen. Zudem greift die Ukraine immer wieder russische Öl-Anlagen an und wehrt sich so gegen den Angriffskrieg, was Russland zu Einschränkungen bei der Treibstoff-Ausfuhr zwingt.
Zugleich gingen die deutschen Importe von Kraftstoffen im ersten Halbjahr deutlich zurück. Die Einfuhrmenge von Benzin sank um 23,0 Prozent, die von Diesel um 23,9 Prozent. Der Wert der Importe sank dagegen kaum oder stieg sogar: Bei Benzin gab er um 2,5 Prozent nach, bei Diesel legte er um 5,8 Prozent zu. Bei den Exporten ergab sich ein gemischtes Bild. Die Ausfuhr von Benzin ging leicht um 3,5 Prozent zurück, die von Diesel stieg jedoch kräftig um 18,7 Prozent an. Insgesamt exportierte Deutschland im ersten Halbjahr mehr Kraftstoff, als es importierte.
Die Entwicklung beim Kraftstoffverbrauch wirkt sich auch auf die Staatseinnahmen in Deutschland aus. 2025 stiegen die Einnahmen aus der Energiesteuer auf Benzin um 1,5 Prozent auf 15,5 Milliarden Euro, während sie für Diesel um 1,8 Prozent auf 17,8 Milliarden Euro sanken. Langfristig ist jedoch vor allem der Verbrauch von Benzin rückläufig. Von 2010 bis 2025 ging der versteuerte Absatz um 3,4 Milliarden Liter zurück, was die entsprechenden Steuereinnahmen um 12,6 Prozent schmälerte. Der Dieselverbrauch sank im selben Zeitraum nur geringfügig.
APA/Reuters




