
Nachdem der Aufsichtsrat der Energie AG Oberösterreich am Dienstagabend der Beteiligung am Windpark Sandl zugestimmt hat, hat das Unternehmen am Mittwoch Details zum Projekt veröffentlicht: Demnach will man sich mit 30 Prozent an 17 der geplanten 19 Windräder beteiligen und 30 Prozent an der nötigen Investmentsumme von mehr als 200 Mio. Euro übernehmen. Das Projekt ist das größte Windparkprojekt Oberösterreichs, das Land möchte dort allerdings eine Ausschlusszone verordnen.
In Sandl (Bezirk Freistadt) wollen private Investoren 19 Windräder errichten, die mehr als 100.000 Haushalte mit Strom versorgen können. Das Projekt mit einer Leistung von rund 137 Megawatt bzw. einer Jahreskapazität von mehr als 315 Gigawattstunden ist derzeit im UVP-Verfahren. Die Realisierung wackelte lange Zeit, weil das Land in dem Areal eine Windkraft-Ausschlusszone verordnen will. Dass sich nun der mehrheitlich im Landeseigentum befindliche Versorger Energie AG maßgeblich daran beteiligt und der Aufsichtsrat – unter dem Vorsitz des für die Verordnung zuständigen Wirtschaftslandesrats Markus Achleitner (ÖVP) – der Beteiligung zugestimmt hat, ist politisch interessant.
Schitter: Windstrom stärkt Unabhängigkeit
„Wir reden nicht nur über die Energiewende. Wir bauen sie. Mit Sandl wollen wir gemeinsam mit unseren Partnern das derzeit größte Windkraftprojekt in Oberösterreich voranbringen“, so der vom Aufsichtsrat am Dienstag für weitere fünf Jahre wiederbestellte CEO Leonhard Schitter. „Mehr Strom aus heimischem Wind stärkt unsere Unabhängigkeit und bringt uns unserem Ziel näher, eine fossilfreie Zukunft für unsere Kinder zu bauen“, betonte er.
Mit der Strategie LOOP hat sich die Energie AG vorgenommen, ihre jährliche Stromerzeugung aus Windkraft bis 2035 auf 540 Gigawattstunden auszubauen. Derzeit hält sie Beteiligungen an vier Windparks mit insgesamt 14 Anlagen, allerdings großteils außerhalb des Bundeslandes. Das Portfolio umfasst Anteile an Scharndorf III und IV sowie Trautmannsdorf Nord in Niederösterreich, Solven in Slowenien sowie den Windpark Munderfing/Kobernaußerwald, der erweitert werden soll. Zu den sechs existierenden Anlagen im Kobernaußerwald wollte das Unternehmen ursprünglich 18 neue dazu bauen. Das Projekt musste allerdings auf 9 zusätzliche Windräder verkleinert werden, obwohl es in einer künftigen Beschleunigungszone steht. Der Grund: Ein Tieffluggebiet des Bundesheeres verläuft durch das Gebiet. Auch diese Projekt ist gerade im UVP-Verfahren.
APA



