Alsergrund. Die Erlebniswelt im Servicezentrum der Wien Energie wurde umgestaltet. Unter anderem gibt es jetzt einen Escape Room.
Für viele Wienerinnen und Wiener gab es bisher wohl kaum einen Grund, das Servicezentrum der Wien Energie in Spittelau zu besuchen. Und wenn es einen Grund gab, dann war es wohl ein schlechter. Meist geht es bei solchen Besuchen nämlich ums Geld. Wer bisher also das Glück hatte, vergeblich nach einem guten Grund für einen Besuch zu suchen, der könnte ihn jetzt finden: Die neu gestaltete Erlebniswelt der Wien Energie wurde nach zehnmonatigen Umbauarbeiten wiedereröffnet.
Schon seit 2017 gibt es in der Servicezentrale die Dauerausstellung zum Thema Energie. Seit der Eröffnung habe sich aber einiges getan, sagt Sascha Zabransky, Geschäftsführer von Wien Energie. Es gehe längst nicht mehr nur um Strom, sondern mittlerweile auch um Elektromobilität, Wärme und Kühlung. „Diesen Veränderungen im Energiesystem wollen wir Rechnung tragen und das hier auch spürbar machen“, sagt Zabransky.
Seit der Schließung der Erlebniswelt im Sommer 2025 sei deshalb an der Adaption der Ausstellung gearbeitet worden. Der Ausstellungsbereich ist um 200 Quadratmeter erweitert worden und beherbergt nun auf 1.200 Quadratmetern insgesamt 21 Stationen. Einige davon sind altbekannte Klassiker. Wie etwa das „Tanzkraftwerk“, bei dem die kinetische Energie der Tanzschritte der Besucher gemessen wird. Andere wurden adaptiert oder sind ganz neu dazugekommen. Darunter fällt zum Beispiel der neue Escape Room zum Thema Blackout.
Daran erkennbar ist auch die thematische Erweiterung der Ausstellung. Neben Strom und Energieeffizienz werden nun auch die Aspekte Heizen, Kühlen und Mobilität beleuchtet. Unter anderem werden dabei die Fragen beantwortet, wie viel Strom man durch das Treten auf einem Fahrrad erzeugen kann oder wie das Fernwärmenetz in Wien aussieht.
Für Alt und Jung
Ausgelegt ist die Ausstellung laut Wien Energie sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Auch Führungen gibt es für alle Altersklassen (Anmeldungen: tour@wienenergie.at). Wobei ein besonderes Augenmerk auf Schulklassen ab der dritten Schulstufe gelegt werde. Erst ab diesem Alter sei es möglich, den Kindern die Sachverhalte zu erklären. „Wir sind keine Pädagogen“, sagt der Mitarbeiter, der es zuvor allerdings geschafft hat, die Funktionsweise von Photovoltaik anhand einer Metapher über einen hitzköpfigen Schüler zu erklären.
Abseits von Führungen kann die Ausstellung während der Öffnungszeiten (Montag und Donnerstag
8 bis 17.30 Uhr; Dienstag, Mittwoch und Freitag 8 bis 15 Uhr) auch selbstständig erkundet werden. Eine Anmeldung braucht es dafür nicht.
Insgesamt 30.000 Personen besuchen die Ausstellungen und Touren der Wien Energie jährlich, wird berichtet. Neben der Erlebniswelt fallen darunter auch der Besucherpfad durch die Müllverbrennungsanlage Spittelau, das Kraftwerk Simmering oder die Tiefengeothermie-Ausstellung in Aspern. Etwa ein Drittel der Besucherinnen und Besucher entfalle aber auf die Spittelau, heißt es. Zwei Drittel kommen im Zuge des Schulunterrichts. Der Besuch der unterschiedlichen Anlagen ist kostenlos.
Aber apropos Kosten: Wie viel die Wien Energie für den Umbau der Erlebniswelt insgesamt ausgegeben hat, wird nicht kommuniziert.
Kurier



