Dieselpreis steigt weiter auf 2,279 Euro je Liter

18. September 2026, Wien
Diesel ist so teuer wie noch nie
 - Dresden, APA/dpa

Die anhaltenden Eskalationen am Persischen Golf und die Sorgen um die Ölversorgung lassen den Dieselpreis weiter in bisher unbekannte Höhen steigen. Am gestrigen Donnerstag legte er laut Daten der E-Control in Österreich auf 2,279 Euro je Liter zu und stand damit so hoch wie noch nie. Bereits am Mittwoch hatte er mit 2,268 Euro je Liter ein Rekordhoch erreicht. Der Preis für Superbenzin sank dagegen von 1,959 Euro je Liter am Mittwoch auf 1,949 Euro.

Aber auch in Deutschland und der Schweiz erreichte der Dieselpreis neue Höchststände, während auch dort der Benzinpreis leicht zurückging: In Deutschland kostete ein Liter Diesel im Schnitt 2,471 Euro, in der Schweiz 2,41 Franken (2,55 Euro).

Übergewinnsteuer steht zur Diskussion

Heute kommen in Dublin die Finanzminister der EU zu einem informellen Treffen zusammen. Dabei soll auch über eine mögliche europaweite Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne debattiert werden. Laut einem Bericht des „Ö1-Journal“ haben mehrere Finanzminister – darunter auch Markus Marterbauer (SPÖ) und der deutsche Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) – einen Brief unterschrieben, in dem eine solche Steuer gefordert wird. Allerdings betonte Klingbeil, dass er nicht grundsätzlich gegen andere Möglichkeiten zur Entlastung der Bürgerinnen und Bürger wie etwa eine Senkung der Mehrwertsteuer sei.

In Österreich wurden bereits am Donnerstag Rufe nach einer Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne laut. Auch Unterstützung für Personen, die auf ein Auto angewiesen sind, und für die Transportwirtschaft wurde gefordert.

Fixe Preise

Die aktuelle Preisentwicklung sei für die Taxibranche eine Katastrophe, so Gunter Mayrhofer, Sprecher der Branche in der WKO, in einer Mitteilung. In Tarifgebieten, in denen die Preise behördlich festgelegt werden, könnten die Taxibetriebe nicht reagieren und müssten die Mehrbelastungen tragen. Aber auch bei der Schüler-, Kindergarten-, Behinderten und Krankenbeförderung brauche es dringend Planungssicherheit.

Aber auch die Busbranche leide massiv unter den seit Jahresbeginn um 48 Prozent gestiegenen Kosten, teilte Martin Horvath, Sprecher der Busbranche in der WKÖ, mit. Die Branche fordere daher rasche und praxistaugliche Lösungen. Die Verträge für den öffentlichen Verkehr sowie die Reiseangebote wurden kalkuliert, als die Preissprünge nicht absehbar waren, so Horvath. Nur in manchen Bundesländern würden steigende Treibstoffkosten in den Verträgen berücksichtigt.

APA