OMV-Elektrolyseur in Bruck a.d. Leitha verliert Partner

18. September 2026, Wien
Laut OMV keine Auswirkungen auf Projekt
 - Bruck a.d

Die Erneuerbaren-Gesellschaft des Emirats Abu Dhabi, Masdar, wird doch nicht bei der Wasserstoff-Elektrolyseanlage der teilstaatlichen OMV in Bruck an der Leitha (NÖ) einsteigen. Am Projekt selbst ändere sich aber nichts, bestätigte eine Sprecherin des Energiekonzerns am Freitag der APA einen entsprechenden Bericht der „Salzburger Nachrichten“. Ursprünglich war vereinbart, dass Masdar 49 Prozent am Gemeinschaftsunternehmen halten werde, die OMV 51 Prozent.

Geplant war zudem ein dreistelliges Millioneninvestment aus Abu Dhabi, das in das „UpHyLarge“ getaufte Projekt fließen sollte. Nun dürfte die OMV das rund 600 Millionen Euro teure Projekt alleine weiterführen. Finanziert wird das Ganze auch durch ein Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB) in Höhe von 450 Mio. Euro. Anfang 2026 hatte die Republik eine Förderung von bis zu 123 Mio. Euro zugesagt.

Über die Gründe für den Ausstieg von Masdar ist nicht viel bekannt. Seitens der OMV wird auf Änderungen der Strategie in Abu Dhabi verwiesen. In anderen Bereichen werde es auch in Zukunft eine Kooperation zwischen OMV und Masdar geben, stellt man Misstöne zwischen den Partnern in Abrede.

Anlage soll Ende 2027 in Betrieb gehen

Die 140-Megawatt-Elektrolyseanlage soll weiterhin wie geplant Ende 2027 in Betrieb gehen. Ab 2028 sollen jährlich bis zu 23.000 Tonnen Wasserstoff mit erneuerbarem Strom aus Wind- und Solarenergie sowie Wasserkraft erzeugt werden. Bei der Elektrolyse wird Wasser durch Strom in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Der erzeugte grüne Wasserstoff soll künftig über eine 22 Kilometer-Pipeline direkt in die OMV-Raffinerie Schwechat fließen und dort den aus Erdgas erzeugten, fossilen Wasserstoff in den Produktionsprozessen ersetzen.

Der österreichische Konzern ist eng mit Abu Dhabi verbunden. Die Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) hält 24,9 Prozent an der OMV. Beide Unternehmen haben kürzlich in der Borouge International ihre Chemiesparten zum viertgrößten Kunststoffproduzenten der Welt fusioniert.

APA