
Ukrainische Drohnenangriffe haben die Hälfte der sechs wichtigsten russischen Diesel-Raffinerien im September dazu gezwungen, ihre Produktion deutlich zu drosseln oder ganz einzustellen. Dies ging am Dienstag aus Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters hervor, die auf Angaben von Marktteilnehmern basieren. US-Präsident Donald Trump hatte Sonntag an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj appelliert, die Angriffe auf die russische Diesel-Infrastruktur zu beenden.
Die Angriffe verursachten eine Verknappung des Kraftstoffs, die „der Welt schade“. Die Ukraine, deren eigene Energieinfrastruktur regelmäßig von Russland angegriffen wird, bezeichnet die Raffinerien als legitime militärische Ziele.
Den Marktdaten zufolge entfällt auf sechs Anlagen – die Raffinerien Omsk, Kirischi, Taneco, Wolgograd, NORSI und Perm – etwa die Hälfte der russischen Dieselproduktion. Insidern zufolge wurde die Anlage in Kirischi vollständig stillgelegt, während die Raffinerien NORSI und in Wolgograd nur noch mit etwa einem Viertel ihrer Kapazität arbeiten. Die Raffinerie Taneco wurde am Sonntag von Drohnen angegriffen. Eine Einschätzung der Folgen war laut Insidern aber noch nicht möglich.
IEA – Alle drei Tage ein Treffer auf Raffinerien
Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris wurde in den ersten acht Monaten 2026 im Durchschnitt alle drei Tage eine russische Raffinerie getroffen. Die russischen Dieselausfuhren beliefen sich nach Schätzungen von Händlern im Juni – vor der Einführung von Exportbeschränkungen – auf weniger als eine Million Tonnen. Ein Jahr zuvor, als die Raffinerien normal arbeiteten, lagen die Dieselausfuhren bei etwa 2,5 Millionen Tonnen pro Monat. Die Türkei und Brasilien waren monatelang die größten Abnehmer von russischem Diesel. LSEG-Daten zufolge bezogen sie vor Inkrafttreten der Beschränkungen im Juli mindestens die Hälfte der verfügbaren Lieferungen.
Die Drohnenangriffe haben die weltweite Kraftstoffversorgung, die bereits durch den Krieg im Iran unter Druck steht, weiter beeinträchtigt. Sie führten zu einem Rückgang der Produktion in Russland und zwangen die Regierung in Moskau, die Exporte von Benzin, Diesel und Kerosin zu beschränken. In den USA stieg der landesweite Durchschnittspreis für Diesel jüngst erstmals über sechs Dollar pro Gallone, wie der Kraftstoff-Informationsdienst GasBuddy mitteilte. Dies kommt für US-Präsident Trump vor den Zwischenwahlen im November äußerst ungelegen.
APA/Reuters





