
Die deutsche Bundesregierung hat rund 50,4 Mrd. Euro ausgegeben, um Verbraucher in der Energiekrise zu entlasten und die Märkte zu stabilisieren. Das geht aus einer Antwort des deutschen Finanzministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Haushaltspolitikers Sebastian Schäfer hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hatte die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet.
Den größten Posten macht demnach die Ende 2022 beschlossene Strompreisbremse mit 16,3 Mrd. Euro aus. Für die Gaspreisbremse gab der Bund 14,3 Mrd. Euro aus. Weitere 8,5 Mrd. Euro kostete die Soforthilfe, mit der die deutsche Bundesregierung im Dezember 2022 einmalig die Abschlagszahlungen für Gas übernahm. Insgesamt listet das deutsche Finanzministerium 27 Posten auf. Dazu gehören auch mehr als 6 Mrd. Euro für die „Energiepreispauschale“ an Pensionisten. Nicht berücksichtigt sind unter anderem Steuermindereinnahmen durch die zeitweise Senkung der Mehrwertsteuer auf Gas.
Warnung vor neuen Energieabhängigkeiten
Der Grüne-Bundestagsabgeordnete Schäfer warnt indes vor neuen einseitigen Abhängigkeiten bei der Energieversorgung in Deutschland. „Wir dürfen uns nie wieder in solch einseitige und riskante Abhängigkeiten begeben“, sagte Schäfer der dpa. Der Import von Öl und Gas habe über Jahre Milliarden in die Kriegskasse des russischen Präsidenten Wladimir Putin gespült und zugleich Europas Sicherheit und politische Handlungsfähigkeit geschwächt.
Aus den Erfahrungen müsse der Staat Konsequenzen ziehen und Risiken frühzeitig erkennen, strategische Abhängigkeiten verringern und die Widerstandsfähigkeit stärken. Eine vorausschauende Haushaltspolitik müsse auch die finanziellen, wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Folgen unzureichender Vorsorge berücksichtigen, forderte Schäfer.
APA/dpa




