800.000 Tonnen CO2 aus den Niederlanden werden künftig unter dem norwegischen Meer gespeichert.
Mit Hilfe von Norwegen will die EU künftig dem Klimawandel technisch entgegenwirken. Seit dieser Woche ist im niederländischen Sluiskil die europaweit größte Anlage zur Speicherung von CO2 in Betrieb gegangen. Sie wurde mit EU-Förderungen realisiert und ist Teil der EU-Norway Green Alliance. In der Anlage von Yara Sluikil, einem Ammoniak- und Düngemittelwerk, wird das CO2 verflüssigt und per Schiff in die Nordsee überstellt, wo es 2,6 Kilometer unter dem Meeresboden gespeichert wird. Pro Jahr sollen auf diesem Weg 800.000 Tonnen CO2 klimafreundlich entsorgt werden.
Diese Technologie soll der EU helfen, bis 2050 die Klimaneutralität zu erreichen. Anwendungsgebiet ist die energieintensive Industrie. Anlässlich der Inbetriebnahme zeigte sich der zuständige EU-kommissar, Wopke Hoekstra, optimistisch, dass die Technologie dabei helfen werde, die europäischen Klimaziele zu erreichen: „Europa benötigt praxisnahe Klimalösungen, die echte Emissionsminderungen bewirken und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie stärken. Das Projekt zur Abscheidung und Speicherung von CO2 in Sluiskil zeigt, was möglich ist, wenn Innovation und grenzüberschreitende Zusammenarbeit aufeinandertreffen.“
Die EU fördert über die Connecting Europe Facility (CEF) den Transport und die Speicherinfrastruktur solcher Anlagen. Ziel ist es, bis 2030 den Aufbau von mindestens 50 Millionen Tonnen CO2-Einspeicherkapazität pro Jahr voranzutreiben. Das Düngemittelwerk in den Niederlanden, das diesmal bei der Treibhausgasminderung beteiligt ist, wird dadurch künftig vom verpflichtenden Kauf von Verschmutzungszertifikaten ETS ausgenommen.
(wb)


