Treibhausgas-Emissionen 2025 um 0,7 Prozent gestiegen

2. September 2026, Wien
Höchstmenge für 2030er-Ziele überschritten
 - Wien, APA/THEMENBILD

Die Treibhausgas-Emissionen (THG) sind in Österreich 2025 laut Nahzeitprognose (NowCast) des Umweltbundesamts (UBA) um 0,7 Prozent gestiegen, was einem Anstieg von 0,5 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalenten entspricht. Nach den vorläufigen Daten wird damit ein Wert in der Höhe von 67,1 Mio. Tonnen erreicht. Was die 2030er-Ziele der EU betrifft, so wurde die für 2025 zulässige Höchstmenge gemäß Effort Sharing Regulation (ESR) von rund 40,7 Mio. Tonnen um rund 0,8 Mio. überschritten.

Wie das Umweltbundesamt am Mittwoch berichtete, nahmen nach den vorläufigen Daten diese THG-Emissionen, die zu den Sektoren des Klimaschutzgesetzes gehören, jedoch vom Vorjahr um ca. 1,2 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalent (minus 2,8 Prozent) ab. Die restlichen THG-Emissionen, also jene des Emissionshandelsbereichs (EU-ETS), stiegen gegenüber 2024 um 1,7 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalent (plus 6,9 Prozent). „Höhere Emissionen sind 2025 insbesondere bei Kraft- und Fernwärmewerken, in der Chemie-, Zement-, Kalk- und Stahlindustrie sowie bei Erdgaspipelineverdichtern zu verzeichnen“, nannte das UBA die Ursachen für diesen Anstieg.

Der höhere Heizenergiebedarf und die deutlich geringere Stromerzeugung aus Wasserkraft waren wesentliche Faktoren für diese Entwicklung. Gleichzeitig wirkten die schwache Konjunktur und der Rückgang im Verkehr emissionsmindernd“, fasste Günther Lichtblau, UBA-Klimaexperte, die wichtigsten Einflussfaktoren zusammen. Klimaminister Norbert Totschnig (ÖVP) ortete angesichts des erneuten Anstiegs der gesamten Emission in Österreich – nach vier Jahren durchgehenden Rückgang – Handlungsbedarf. Das Umweltbundesamt hielt abschließend fest, dass zur Erreichung der EU-Klimaziele bis 2030 und des Ziels der Klimaneutralität zusätzliche, rasch wirksame Maßnahmen in sämtlichen Sektoren – wie im Nationalen Energie- und Klimaplan (NEKP) vorgesehen – erforderlich seien.

Uneinheitliches Bild bei Sektoren nach Klimaschutzgesetz

Bei den einzelnen Sektoren außerhalb des Emissionshandels zeigt sich laut UBA-Analyse ein uneinheitliches Bild. Im Bereich Energie und Industrie gingen die Emissionen vor allem aufgrund des geringeren Erdgasverbrauchs der produzierenden Industrie um 8,6 Prozent bzw. rund 0,4 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalent zurück. Rückläufige Treibhausgas-Emissionen wurden erneut im Sektor Verkehr verzeichnet, nämlich 6,5 Prozent bzw. rund 1,3 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalent weniger als 2024. Laut Verbrauchsstatistik ging der Absatz von Dieselkraftstoff um 7,3 Prozent zurück, während der Absatz von Benzinkraftstoff um 0,7 Prozent anstieg, berichtete das UBA. Die Emissionen fluorierter Gase gingen um rund 9 Prozent zurück, insbesondere aufgrund geringerer Emissionen aus der Entsorgung von Schallschutzfenstern.

Negativ lief es hingegen in den Sektoren Gebäude, Landwirtschaft und Abfallwirtschaft, deren Emissionen rund 40 Prozent der THG gemäß Effort Sharing ausmachen: Im Sektor Gebäude stiegen die THG gegenüber 2024 etwa um 8,0 Prozent bzw. rund 0,5 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalent, was vor allem mit einer deutlich kühleren Witterung (zwölf Prozent mehr Heizgradtage) zu erklären ist. Entsprechend wurden 2025 um 9 Prozent mehr Heizöl und um 8 Prozent mehr Erdgas fürs Heizen verbraucht als 2024. In der Landwirtschaft stiegen die Treibhausgas-Emissionen ebenfalls an (plus 1,6 Prozent), wie auch im Sektor Abfallwirtschaft (plus 1,7 Prozent).

CO₂-Äquivalente als Berechnungsgrundlage

CO₂-Äquivalente sind eine Maßeinheit zur Berechnung der Auswirkung unterschiedlicher Treibhausgase auf das Klima. Die Wirkung schädlicher Emissionen, also der Ausstoß solcher Gase, wird mit der Auswirkung von Kohlendioxid verglichen. CO₂, die chemische Formel für das Gas Kohlendioxid, wird am häufigsten für die Bewertung des erwärmenden Einflusses auf das globale Klimasystem herangezogen.

APA