Land elektrifiziert seine Busflotte

1. September 2026, Bregenz

Bis 2029 sollen mehr als 200 E-Busse unterwegs sein -Dieselbusse sollen Ausnahme werden.

Bis Ende 2029 werden in Vorarlberg mehr als 200 öffentliche Busse elektrisch unterwegs sein. Das Land treibt die Elektrifizierung seit 2020 mit Fördermitteln des Bundes voran und gilt österreichweit als Vorreiter. Mit Sommerbeginn 2026 waren bereits 142 E-Busse im Einsatz. Gemeinsam legten sie laut Vorarlberger Verkehrsverbund (VVV) rund 6,8 Millionen Kilometer zurück. Bis 2029 kommen 69 weitere Fahrzeuge hinzu. Die dann 211 E-Busse sollen jährlich rund 10.500 Tonnen CO2 einsparen.


Der Umstieg begann mit vier Bussen. Aus dem EU-finanzierten Programm „Emissionsfreie Busse und Infrastruktur“(EBIN) wurden Vorarlberg 38,5 Millionen Euro für Busse und Ladeinfrastruktur zugesagt. Der VVV koordiniert die Modernisierung zwischen Land, Gemeinden und 21 Verkehrsbetrieben. Die Unternehmen beschaffen die Busse, die illwerke vkw AG stellt über ihre Tochter vlotte vkw die Ladeinfrastruktur bereit.


Ruhige Fahrweise wird geschätzt

Ein E-Bus kostet bei der Anschaffung etwa doppelt so viel wie ein Dieselbus. Ohne Förderungen wäre der Umstieg daher kaum möglich. Über EBIN wurden zunächst 80, zuletzt 60 Prozent der Mehrkosten gefördert. Im Betrieb seien die weniger wartungsintensiven Elektrobusse jedoch wirtschaftlicher, erklärt der VVV.


Buspersonal und Fahrgäste schätzten die ruhigere Fahrweise sowie die geringeren Geräusche und Vibrationen. Die Fahrzeuge hätten ihre Alltagstauglichkeit bereits bewiesen. Für den reibungslosen Betrieb ist die Ladeinfrastruktur entscheidend. Die illwerke vkw übernimmt Planung, Errichtung und Betrieb der Ladepunkte sowie die Energielieferung. Die Busbetreiber bezahlen dafür eine monatliche Pauschale. Bis 2029 sollen rund 15 Millionen Euro in den Ausbau fließen.


Derzeit gibt es in Vorarlberg 155 Ladepunkte, 87 davon an den Postbus-Standorten Wolfurt, Bludenz und Feldkirch. Das Depot beim Güterbahnhof Wolfurt gilt als größter Ladestandort Österreichs für E-Busse. Dort stehen fünf Megawatt Anschlussleistung zur Verfügung, an den Ladepunkten können bis zu 240 Kilowatt abgerufen werden.


Ein intelligentes Lastmanagement verteilt den Strom je nach Fahrplan und Einsatzzeit. Die Betreiber laden ihre Fahrpläne in eine Software hoch, die die Fahrzeuge entsprechend priorisiert. Für eine Nachtladung reichen meist 30 bis 50 Kilowatt, bei kurzen Zwischenstopps ist mehr Leistung nötig. Die Akkus sollen zehn Jahre halten und auch dann noch die volle Reichweite ermöglichen.


340 Kilometer mit einer Ladung

Mit der Optimierung befasst sich das Projekt „FreeE-Bus“ an der FH Vorarlberg. Simulationen sollen zeigen, wann und mit welcher Leistung geladen werden soll. Für einen wirtschaftlichen Betrieb müssen Reichweite, Ladezeiten, Fahrpläne, Streckenprofil, Fahrgastzahl, Wetter und Netzkapazität zusammenspielen. Steigungen, Schneeketten sowie Heizung und Klimaanlage erhöhen den Energieverbrauch. Im Schnitt schaffen die Busse 300 bis 340 Kilometer mit einer Akkuladung.
Ab Ende 2029 sollen Dieselbusse im Ländle die Ausnahme sein. Die Technik sei ausgereift, sagt vlottevkw-Geschäftsführer Philipp Österle.
Noch gebe es Optimierungsmöglichkeiten, etwa häufigere Zwischenladungen an sonnigen Tagen. „Bisher ist noch kein Bus wegen eines leeren Akkus irgendwo liegengeblieben“, betont er.

VN Vorarlberger Nachrichten