
Der Energieversorger EVN hat in den ersten drei Quartalen des Wirtschaftsjahres 2025/26 sowohl Umsatz als auch Ergebnis gesteigert. Der Umsatz legte um 3,1 Prozent auf 2,43 Mrd. Euro zu. Das Ergebnis hingegen stieg um 20,8 Prozent auf 525,1 Mio. Euro, teilte der börsennotierte Konzern am Donnerstag mit. Zum Ergebnisanstieg trugen unter anderem die für den Energievertrieb verantwortliche EVN KG sowie die Veranlagungsergebnisse und die Verbund-Dividende bei.
Obwohl die Erzeugungskoeffizienten für Wind und Wasser in allen Kernmärkten der EVN unter dem Vorjahresniveau lagen, konnte der Versorger mit Kapazitätserweiterungen die erneuerbare Stromerzeugung um 0,9 Prozent auf 1.805 GWh steigern. Lediglich in Nordmazedonien lag die Wasserführung deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Die Stromerzeugung insgesamt ging um 4,2 Prozent auf 2.173 GWh zurück. Der Vertrag mit der APG für das Gaskraftwerk Theiß zur Netzstabilisierung wurde nicht verlängert, begründete die EVN den Rückgang. Der Anteil der erneuerbaren Energie stieg von 78,8 Prozent im Vorjahreszeitraum auf nunmehr 83,1 Prozent. Beim Energieverkauf an Endkunden ging der Stromabsatz um 1,2 Prozent und der Gasabsatz um 2,1 Prozent zurück. Der Wärmeverkauf stieg hingegen um 2,1 Prozent.
Positive Mengen- und Preiseffekte in Bulgarien
Das Umsatzplus führte die EVN auf regulatorisch bedingte Preiseffekte bei den Verteilnetzgesellschaften in Niederösterreich und Bulgarien zurück. In Bulgarien kamen positive Mengen- und Preiseffekte hinzu. Höhere Gas-Netzkosten in Niederösterreich und gestiegene Beschaffungskosten bei der EVN Wärme belasteten das Ergebnis ebenso wie der höhere Aufwand für den Bezug von Fremdstrom in Bulgarien. In Summe lag dieser Aufwand um 1,3 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Gedämpft wurde der Anstieg durch rückläufige Ergebnisbeiträge der RAG – nach einem außerordentlich hohen Vorjahresniveau -, der Burgenland Energie sowie der Verbund-Innkraftwerke. Das EBITDA stieg in den ersten drei Quartalen um 4,9 Prozent auf 748,5 Mio. Euro. Das hohe Investitionsniveau führte zu einem Anstieg der Abschreibungen um 8,1 Prozent auf 288,1 Mio. Euro. beim operativen Ergebnis (EBIT) erzielte der Versorger ein Plus von 3 Prozent auf 460,4 Mio. Euro.
Nettoverschuldung reduziert
Hinzu kam das Ergebnis des aufgegebenen Geschäftsbereichs (WTE-Verkauf) gemäß IFRS 5 von 32,5 Mio. Euro, welches unbare positive Effekte aus der Entkonsolidierung enthielt. Zudem erwarb die Tochtergesellschaft kabelplus die insolvente Speed Connect, die anschließend in die fiberplus GmbH & Co KG umgewandelt wurde; dieser Erwerb brachte einen nicht zahlungswirksamen Gewinn von 10,5 Mio. Euro ein. Das Finanzergebnis verbesserte sich dank der Veranlagungsergebnisse und der Verbund-Dividende auf 116,0 Mio. Euro. Dadurch konnte der Versorger das Ergebnis vor Steuern um 6,6 Prozent auf 576,3 Mio. Euro steigern.
Die Nettoverschuldung konnte in diesem Wirtschaftsjahr von 1,16 Mrd. Euro auf 942,2 Mio. Euro reduziert werden. Die EVN erhielt den Verkaufspreis für das internationale Projektgeschäft, begründete der Versorger den Rückgang.
Prognose hinaufgesetzt
Festgehalten wird an dem Plan, bis zum Jahr 2030 jährlich rund eine Milliarde Euro zu investieren. Vier Fünftel davon sollen nach Niederösterreich fließen. Wobei die Trinkwasserversorgung ein zentraler Investitionsschwerpunkt ist.
Für das Gesamtjahr peilt die EVN ein Konzernergebnis von 470 bis 490 Mio. Euro an. Zum Halbjahr ging die EVN von einer Bandbreite zwischen 430 und 480 Mio. Euro aus.
APA




