Energiewende. Deutschlands größter Offshore-Windpark wurde fertiggestellt.
Deutschland treibt die Energiewende voran. Rund 110 Kilometer westlich von Helgoland stellte der deutsche Energieversorger EnBW das größte Offshore-Windprojekt Deutschlands fertig. Der Windpark „He Dreiht“ (Plattdeutsch für „Er dreht“) besteht aus 64 Windrädern mit einer Nabenhöhe von 142 Metern und einer installierten Gesamtleistung von 960 Megawatt. Die Investition betrug rund 2,4 Mrd. Euro. Voraussichtlich bis zum Spätsommer soll der Park vollständig in Betrieb gehen.
„He Dreiht“ kann rein rechnerisch 1,1 Millionen Haushalte mit erneuerbarer Energie versorgen und gehört damit zu den derzeit europaweit größten Projekten der Energiewende. Ein einzelner Rotor hat den Daten zufolge einen Durchmesser von 236 Metern. Bei einer Umdrehung durchstreicht er eine Fläche von 43.742 Quadratmetern – so viel wie sechs Fußballfelder. Der Windpark ist mit einer Konverterstation auf See und zwei Hochspannungskabeln ans Stromnetz angeschlossen. Diese liegen über 120 Kilometer unter Wasser und auf 110 Kilometern an Land. Mit „He Dreiht“ verdoppelt EnBW seine Offshore-Leistung nahezu. Besonders bemerkenswert: Der Park ist einer der ersten förderfreien Windparks. Statt Einspeisevergütung schloss EnBW langjährige Vereinbarungen mit Großabnehmern wie Google, Bosch oder der Deutschen Bahn.
Allerdings mahnte EnBW-Chef Georg Stamatelopoulos die deutsche Regierung, ihre ehrgeizigen Ausbauziele für Windkraft in der Nord- und Ostsee zu überdenken. Grund: Windturbinen, Logistik und Kabel seien um 30 bis 40 Prozent teurer geworden. Wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit gab EnBW im Jänner bereits zwei Offshore-Projekte in der Irischen See auf.
Kurier



