
Die Ölpreise haben Dienstagfrüh nach dem Preissprung am Vorabend weiter zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent mit Lieferung im Oktober kostete in der Früh 91,49 US-Dollar (78,92 Euro), das waren 0,68 Prozent mehr als am Vorabend. Am Vorabend war der Preis für Nordseeöl Brent um rund zwei Dollar auf über 91 US-Dollar in die Höhe gesprungen.
Die Aussicht auf eine baldige Lösung des Kriegs zwischen den USA und Iran ist wieder einmal gesunken, nachdem ein weiterer Angriff auf ein Schiff in der Straße von Hormuz gemeldet wurde. Ein Schiff sei beim Auslaufen aus der Straße von Hormuz von einem unbekannten Geschoss getroffen worden, teilte die britische Behörde UK Maritime Trade Operations mit. Es habe einen Schaden im Maschinenraum und einen verletzten Crewangehörigen gegeben. Die Hintergründe würden untersucht.
Mit einer scharfen Drohung hat US-Präsident Donald Trump den Druck auf den Oman erhöht. Das Sultanat soll derzeit mit dem Iran klären, wie künftig die Schifffahrt durch die Straße von Hormuz geregelt sein soll – bisher ohne Einigung. „Wenn der Oman uns in die Quere kommt, werden wir sie in Grund und Boden bombardieren“, sagte Trump dem Sender Fox News am Montag. Der Oman ist bisher keine aktive Kriegspartei.
Das zwischen Teheran und Washington ausgehandelte Rahmenabkommen sah vor, dass der Oman und der Iran gemeinsam eine Lösung für die Schifffahrt finden – in Absprache mit den Anrainerstaaten und unter Berücksichtigung internationalen Rechts. Der Oman berichtete zwar von konstruktiven Gesprächen, eine Einigung wurde bisher aber nicht verkündet.
Weiteres Aufwärtspotenzial bei Ölpreisen
Trumps Drohungen gegen Oman und seine Zurückhaltung im Zusammenhang mit möglichen Verhandlungen für eine neue Waffenruhe hätten Öl-Händler dazu veranlasst, Brent-Futures über die Hochs der vergangenen Woche zu treiben, sagte Chris Weston, Forschungschef beim Broker Pepperstone Group, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Angesichts dieser Lage müsse von weiterem Aufwärtspotenzial bei den Ölpreisen ausgegangen werden.
APA/dpa-AFX




