Hitzewelle in Italien: Stromverbrauch erreicht Rekordwert

13. August 2026, Banja Luka
Spitzenverbrauch wurde am 15

Der Stromverbrauch in Italien hat im Juli wegen außergewöhnlich hoher Temperaturen einen historischen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Netzbetreibers Terna wurden landesweit 32,5 Terawattstunden (TWh) Strom nachgefragt – 8,3 Prozent mehr als im Juli 2025. Die starke Nachfrage war vor allem auf den zunehmenden Einsatz von Klimaanlagen und anderen Kühlgeräten während der Hitzewellen zurückzuführen.

Der Spitzenverbrauch wurde am 15. Juli mit rund 58 Gigawatt (GW) erreicht, 4,5 Prozent mehr als beim bisherigen Jahresmaximum 2025. Der Juli war im Durchschnitt 1,2 Grad Celsius wärmer als der Vorjahresmonat und fast zwei Grad wärmer als der Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. In den letzten fünf Tagen des Monats lagen die Temperaturen zeitweise bis zu sechs Grad über dem saisonalen Mittel. Bereinigt um Temperatur- und Kalendereffekte stieg die Stromnachfrage noch um 5,1 Prozent.

84,4 Prozent des Strombedarfs durch heimische Erzeugung

Im Juli wurden 84,4 Prozent des italienischen Strombedarfs durch heimische Erzeugung gedeckt. Die restlichen 15,6 Prozent kamen über den Stromhandel mit dem Ausland. Die Nettoinlandsproduktion lag bei 27,7 TWh, 7,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Von Jänner bis Juli stieg der italienische Strombedarf insgesamt um 3,4 Prozent. Nach Angaben von Terna war Juli damit bereits der dritte Monat in Folge mit steigender Nachfrage. Bereinigt um saisonale, kalendarische und Temperatureffekte liegt die Entwicklung erstmals wieder auf dem Niveau vor der Energiekrise von 2022.

Auch der Stromverbrauch der Industrie legte zu. Der von Terna berechnete IMCEI-Index für rund 1000 besonders energieintensive Unternehmen stieg im Juli um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Für Jänner bis Juli ergibt sich ein Plus von 4 Prozent. Gleichzeitig nahm die Fotovoltaikproduktion deutlich zu. Sie erreichte im Juli 6,7 TWh, ein Plus von 20,6 Prozent gegenüber Juli 2025. Von Jänner bis Juli wurden zudem 3.791 Megawatt zusätzliche Solarleistung installiert. Insgesamt deckten erneuerbare Energien im Juli 41,5 Prozent des italienischen Strombedarfs.

Der Zuwachs bei den erneuerbaren Energien fiel allerdings je nach Technologie unterschiedlich aus. Während die Solarstromproduktion stark stieg, gingen Windkraft (-20,3 Prozent), Wasserkraft (-14,9 Prozent), Geothermie (-3,6 Prozent) und Biomasse (-2 Prozent) zurück. Die thermische Stromerzeugung nahm dagegen um 14,1 Prozent zu, um die höhere Nachfrage auszugleichen.

APA