
Der staatliche Ölkonzern Aramco hat infolge des Iran-Kriegs im zweiten Quartal einen Gewinnsprung verzeichnet. Grund dafür sind gestiegene Preise für Öl und raffinierte Kraftstoffe. Zudem kann der saudi-arabische Ölkonzern die Blockade der Straße von Hormuz mittels Pipeline durch das Land umgehen. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn kletterte im Jahresvergleich um ein Drittel auf gut 125 Milliarden Riyal (28,9 Mrd. Euro), wie Saudi Aramco am Dienstag in Dhahran mitteilte.
Die Ölpreise sind in den vergangenen Monaten drastisch gestiegen, da der Iran die Straße von Hormuz nach den Angriffen von USA und Israel faktisch gesperrt hatte. Dies trieb auch die Preise für Raffinerieprodukte wie Diesel und Kerosin in die Höhe. Saudi-Arabien und andere Golfstaaten wie die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Kuwait und der Irak sind aufgrund von Angriffen auf Förderanlagen und überfüllter Lagerkapazitäten zu Produktionskürzungen gezwungen.
Lieferungen zu alternativem Hafen am Roten Meer umgeleitet
Saudi-Arabien, das seine Exporte vor Kriegsbeginn bereits hochgefahren hatte, leitete innerhalb weniger Tage nach Ausbruch des Konflikts einen Teil seiner Lieferungen zu einem alternativen Hafen am Roten Meer um. Doch nun tun sich für den Ölkonzern weitere Risiken auf. Die jemenitische Huthi-Miliz greift Tanker an, die diese Route nutzen.
Aramco profitierte im vergangenen Quartal nach eigenen Angaben von den gestiegenen Preisen für Rohöl, Kraftstoffe und Chemieprodukte. Die Produktion sank im Quartals- und Jahresvergleich jedoch deutlich – unter anderem, weil Anlagen des Konzerns im Zuge des Konflikts angegriffen und beschädigt wurden. Dennoch übertraf das seit 2019 an der Börse notierte Unternehmen die Erwartungen von Analysten.
APA/dpa-AFX




