Verwirrung um Verlängerung des Vorstands

27. Juli 2026

Burgenland Energie. Zukunft von Finanzchef Czerny entscheidet sich nach dem Sommer

Reinhard Czerny ist seit 2021 Finanzvorstand der Burgenland Energie AG, die via Landesholding zu 51 Prozent im Eigentum des Landes steht. Wie lange er das noch bleibt, ist offen. Seit fünf Jahren bilden Czerny und Stephan Sharma das Vorstandsduo des Landesenergieversorgers. Als Vorstandsvorsitzender ist Sharma nicht nur nominell die klare Nummer eins, sondern auch in der Außendarstellung. Bei Pressekonferenzen von Sharma mit Eigentümervertreter LH Hans Peter Doskozil (SPÖ) war der zurückhaltende Finanzvorstand selten dabei. Im März des Vorjahres wurden die Verträge des Duos vom Aufsichtsrat einstimmig verlängert.

Was bisher nicht bekannt war: Nur Sharmas Vertrag wurde damals um die üblichen fünf Jahre verlängert, dem 51-jährigen Czerny hingegen wurde nur eine deutlich kürzere Dauer mit Option auf Verlängerung zugestanden. Warum, ist nicht bekannt. Dass es nur ein Jahr war, dementiert Czerny am Freitag auf KURIER-Anfrage. Es sei eine „Spezialregelung“ gewesen, ansonsten wolle er das nicht weiter kommentieren, das sei Angelegenheit des Aufsichtsrates. Er, so Czerny, gehe aber davon aus, dass er die volle Funktionsperiode beim Landesenergieversorger bleibe. Aufsichtsratsvorsitzender Johann Sereinig bestätigt dem KURIER Czernys kürzere Vertragsdauer mit Verlängerungsoption. Voraussichtlich in der ersten Sitzung nach dem Sommer werde der Aufsichtsrat über Verlängerung oder Auslaufen des Vertrags entscheiden.


Fürs Land ist die Burgenland Energie beinahe einzige Cashcow im Reigen der vielen Landesgesellschaften. Zudem soll der Energieversorger dafür sorgen, dass das Burgenland bis 2030 bilanziell klimaneutral und energieunabhängig wird. Derzeit läuft der nach eigenen Angaben österreichweit größte Ausbau von Windkraft und Photovoltaik. Bis Ende 2026 sollen mit der Europäischen Investitionsbank und privaten Instituten 700 Mio. Euro investiert werden.

Kurier