IEA: Aufflammender Iran-Krieg setzt Ölversorgung unter Druck

21. Juli 2026, Paris
Wiederöffnung der Straße von Hormuz unerlässlich für Energiesicherheit
 - Khor Fakkan, APA/AFP

Angesichts des wieder aufgeflammten Iran-Kriegs sieht die Internationale Energieagentur (IEA) die weltweite Ölversorgung zunehmend unter Druck. „Die Eskalation der Feindseligkeiten, von der die Straße von Hormuz und die Energieinfrastruktur in der Region betroffen sind, verstärkt die Sorgen um die Versorgungssicherheit und die Unsicherheit hinsichtlich der Marktaussichten“, sagte IEA-Direktor Fatih Birol.

„Bedrohungen für die Meerenge von Bab al-Mandab, die als Umgehungsroute für die Straße von Hormuz zunehmend an Bedeutung gewonnen hat, verschärfen diese Sorgen noch weiter.“ Die verfügbaren kommerziellen Lagerbestände schrumpften weiter und die Raffinerietätigkeit sowie das Produktangebot hätten nicht im gleichen Maße zugenommen wie die Rohöllieferungen, erklärte der IEA-Chef. Das bedeute, dass die Märkte für raffinierte Ölprodukte, darunter Diesel und Benzin, deutlich angespannter seien als die für Rohöl.

Rohöl wird über alternative Routen geliefert

Dabei profitierten die Rohölmärkte von verstärkten Lieferungen von Produzenten aus der Golfregion wie Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), die über alternative Routen zur Straße von Hormuz exportierten und gewisse Mengen weiter durch die Meerenge verschifften. Außerdem hätten Ölproduzenten insbesondere in den USA, Brasilien, Venezuela und Kasachstan ihre Exporte erhöht und damit einen Teil der Versorgungsausfälle aus der Golfregion ausgeglichen. Auf der Nachfrageseite habe China die Märkte stabilisiert, indem es seine Rohölimporte reduziert habe.

„Die IEA vertritt weiterhin die Auffassung, dass eine Lösung des anhaltenden Konflikts, die eine vollständige und bedingungslose Wiederöffnung der Straße von Hormuz beinhaltet, unerlässlich ist, um eine weitere Verschlechterung der globalen Energiesicherheit zu vermeiden“, betonte der IEA-Direktor. Unterdessen sorgten die vereinbarten Freigaben von Notvorräten durch die IEA-Mitgliedsländer weiterhin für eine erhebliche Entlastung der Märkte.

APA/dpa