Netztarife verteuern Schnellladen

16. Juli 2026, Wien

Laut E-Control profitieren von der Tarifreform drei von vier Haushalten.


Die derzeit in Vorbereitung befindliche große Tarifreform bei den Stromnetzen soll laut der Regulierungsbehörde E-Control 75 Prozent der Endkunden niedrigere Netzkosten bringen. Hintergrund ist die Einführung eines Leistungspreises auch in der für Haushalte relevanten Netzebene 7 ab 1. Jänner 2027.


Mehr zahlen werden dabei vor allem Elektroauto-Besitzer, die ihr Fahrzeug zu Hause mit voller Leistung aus dem öffentlichen Stromnetz laden. Jene, die langsamer und gleichmäßiger laden sowie flexibel sind, können ebenso wie andere Kundengruppen künftig Netzentgelte sparen.


Die E-Control hat auf Basis der Daten aus 2024 errechnet, wie sich die Umstellung auswirkt. Am meisten ersparen sich demnach künftig kleine Haushalte mit 1800 Kilowattstunden (kWh) Jahresverbrauch und einer Leistungsspitze von 2 kW. Sie sparen künftig fast ein Drittel der Netzkosten. Bei Durchschnittshaushalten mit 3500 kWh und 4,4 kW maximaler Leistung beträgt die Ersparnis 10 Prozent, und selbst Haushalte mit Wärmepumpen-Heizung mit 8700 kWh und 7 kW sparen durch die Reform 12,4 Prozent. Bei Haushalten mit E-Auto, die 7000 kWh jährlich verbrauchen und weiter mit 11 kW schnellladen, steigen die Netzentgelte um 21 Prozent, bei flexibler Entnahme hingegen sinken sie um 8,5 Prozent.


Bisher wurden bei den meisten Haushalten sowie bei kleineren Gewerbebetrieben der Leistungsbezug aus dem Stromnetz nicht gemessen und die Netzkosten nur nach Verbrauch in Kilowattstunden plus einer Leistungspauschale eingehoben. Dadurch hing die Höhe der Netzkosten zu über 80 Prozent von der Energiemenge ab. Nun soll das Verhältnis 50:50 sein.

Salzburger Nachrichten