Die Investitionszuschüsse für Photovoltaikanlagen wurden beim jüngsten Fördercall innerhalb von 33 Sekunden ausgeschöpft.
Die Bundesinnung der Elektrotechnik in der Wirtschaftskammer (WKO) hat das Fördersystem für Investitionszuschüsse zu Photovoltaikanlagen auf Bundesebene erneut kritisiert. Beim jüngsten Fördercall seien sämtliche Fördermittel bereits nach 33 Sekunden vergeben gewesen. „Was wir brauchen, sind planbare und faire Rahmenbedingungen – keine Förderung, die nach einer halben Minute Geschichte ist“, sagte Bundesinnungsmeister Christian Bräuer am Montag.
Das Fördersystem in der aktuellen Form helfe niemandem – „im Gegenteil: Es schafft Verärgerung, Unsicherheit und verhindert eine planbare Umsetzung wichtiger Projekte“, so Bräuer. Die Bundesinnung fordert einen „grundlegenden Systemwechsel“ hin zu einem „langfristig planbaren Fördersystem“. Der Branchenverband beurteilt die Situation ähnlich: „Unter diesen Rahmenbedingungen wäre keine Förderung besser als eine Förderung, die Verunsicherung schafft und in weiterer Folge Projekte verhindert“, sagt Herbert Paierl, Vorstandsvorsitzender von PV Austria. Auch die FPÖ ortet ein „Totalversagen“ und fordert ebenfalls ein neues System „mit fairen Wettbewerbsmechanismen“. Kritik an dem Fördersystem gibt es bereits seit Längerem, auch bei vergangenen Fördercalls waren die Mittel innerhalb kürzester Zeit ausgeschöpft.
Anträge für Investitionszuschüsse zu PV-Anlagen auf Bundesebene können auf dem Portal der EAG-Abwicklungsstelle eingereicht werden. Dort heißt es: „Die Förderungen im Bereich Photovoltaik stoßen weiterhin auf ein enormes Interesse. Auch beim zweiten Fördercall wurden fast 28.000 Förderanträge eingereicht. Aufgrund der deutlich geringeren Fördermittel konnten jedoch leider nur knapp 3000 Anträge berücksichtigt werden.“ Projekte, für die keine Förderung ergattert werden konnte, könnten beim nächsten Call im Oktober 2026 erneut eingereicht werden. Zusätzlich gibt es verschiedene Förderprogramme auf Landesebene.
Energiestaatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) stellte in einer Stellungnahme Besserung in Aussicht. Eine Novelle des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes (EAG) und des Ökostromgesetzes (ÖSG) befinde sich in koalitionärer Abstimmung und soll „so rasch wie möglich“ in Begutachtung gehen. „Mit ihr bringen wir die notwendigen Korrekturen auf den Weg und richten die Förderung stärker auf Speicher, Eigenverbrauch und Netzdienlichkeit aus. Dazu kommen mehr Flexibilität beim Einsatz der Fördermittel, klare Regeln bei negativen Strompreisen, eine niedrigere maximale Förderintensität für Photovoltaik und eine Made-in-Europe-Pflicht für Wechselrichter“, so Zehetner.
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