USA weiten Sanktionen gegen Irans Ölsektor aus

15. Juli 2026, Washington
Vermögenswerte und Netzwerke im Visier
 - Tehran, APA/AFP

Die USA haben ihre Sanktionen gegen den iranischen Ölsektor ausgeweitet. Sie zielten insbesondere auf das Netzwerk des iranischen Öl-Magnaten Mohammed Hossein Shamkhani ab, wie das Finanzministerium in Washington am Dienstag mitteilte. Finanzminister Scott Bessent erklärte auf X, sein Ressort habe Vermögenswerte in Höhe von 130 Millionen Dollar (rund 114 Millionen Euro) eingefroren, die „in mehreren digitalen Geldbörsen mit Verbindung zur iranischen Zentralbank“ lagerten.

Die US-Regierung wirft den iranischen Revolutionsgarden vor, Ölexporte unter anderem nach China über „Scheinfirmen“ zu verschleiern und die Einnahmen an die Führung in Teheran umzuleiten. Experten zufolge werden Plattformen für digitale Vermögenswerte zudem genutzt, um Sanktionen gegen die iranischen Revolutionsgarden zu umgehen.

Die nun getroffene Entscheidung sei Teil der laufenden Bemühungen des Finanzministeriums, „den wirtschaftlichen Druck auf das iranische Regime zu erhöhen, nachdem dieses seine destabilisierenden Angriffe in der Straße von Hormuz wieder aufgenommen hat“, hieß es am Dienstag in einer Mitteilung des Ministeriums.

Mohammed Hossein Shamkhani ist der Sohn des getöteten Ali Shamkani, dem Sicherheitsberater des getöteten Ayatollahs Ali Khamenei. Beide waren am ersten Tag der US-israelischen Angriffe auf den Iran am 28. im Februar getötet worden. Dem Netzwerk von Shamkhani wirft Washington vor, weiterhin eine zentrale Rolle bei den iranischen Ölexporten zu spielen und seine Aktivitäten auf den weltweiten Rohstoffhandel ausgeweitet zu haben.

Maßnahmen gegen über 50 Personen

Die jüngsten Maßnahmen richteten sich demnach gegen mehr als 50 Menschen, Unternehmen und Schiffe, die den iranischen Behörden nach Angaben des Ministeriums Gewinne ermöglichten. Das Finanzministerium fügte hinzu, dass es mittlerweile Sanktionen gegen mehr als 200 Menschen, Unternehmen und Schiffe verhängt habe, die innerhalb von Shamkhanis Strukturen tätig seien. „Wir werden weiterhin konsequent den Geldströmen nachgehen und dem iranischen Regime den Zugang zu den Erträgen aus seinen illegalen Einnahmequellen verwehren“, schrieb Finanzminister Bessent.

Die Sanktionen wurden verhängt, nachdem die US-Armee die vierte Nacht in Folge Ziele im Iran angegriffen und zudem die Seeblockade gegen iranische Häfen wieder aufgenommen hat. Der Iran griff im Gegenzug Ziele in Kuwait, Jordanien und Bahrain an. Die neuerlichen US-Luftangriffe sollten „die iranischen Fähigkeiten weiter schwächen, die für Attacken auf Handelsschiffe in der Straße von Hormuz eingesetzt werden“, erklärte das zuständige Regionalkommando Centcom bei X.

APA/AFP