Energie AG kauft das Karlstrom-Netz im Mühlviertel

6. Mai 2026, Linz

17 Trafos, 41 Kilometer Stromleitungen und 1060 Zählpunkte: Dieses Stromnetz im Gebiet Walding, St. Gotthard im Mühlkreis und Gramastetten hat der Landesenergieversorger Energie AG übernommen. Verkäufer ist die Firma Karlstrom von Geschäftsführer Josef Karl. Damit sinkt die Zahl der Netzbetreiber in Oberösterreich von 18 auf 17.


„Mit der Übereinkunft fällt die belastende Aufgabe des Netzbetriebs für mich weg, und ich kann mich auf die verbleibenden Geschäftsfelder konzentrieren“, sagt Karl (60), Chef des Familienbetriebs in dritter Generation. Karlstrom hatte sich vor mehr als 100 Jahren aus einer Schmiede entwickelt. Karl wird weiter Kraftwerke betreiben und Strom vertreiben.


Kleinere Netzbetreiber kämpfen mit zusätzlichen gesetzlichen Vorgaben, wie die Richtlinie für den Schutz kritischer Infrastruktur, Sicherheitsauflagen, Datentransparenz und neue administrative Tätigkeiten. Für ihn sei wesentlich, dass seine Kunden auch in Zukunft in guten Händen seien, so Karl.


Gespräche auch mit anderen


Käufer ist die Energie AG, die Konzession für den Netzbetrieb liegt bei deren Tochter Netz OÖ. Energie-AG-Technikvorstand Alexander Kirchner sagt, dass man „in vielen Bereichen Vorreiter in der Branche“ sei. Und Energie-AG-Generaldirektor Leonhard Schitter: „Wir haben ein gutes Angebot gemacht, das vor allem die Versorgungssicherheit in Zukunft gewährleistet.“ Die Konzessionsübertragung wurde vom Land genehmigt und ist seit 1. Mai gültig.


Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Branchenkenner rechnen, dass ein Stromnetz in dieser Größe zirka rund eine Million Euro kosten dürfte.
Die Netz OÖ versorgt 660.000 Kundenanlagen. Auf die Frage, ob weitere Übernahmen anstehen, teilt die Energie AG mit: „Wir sind für Gespräche offen, es gibt bereits weitere Kontaktaufnahmen.“

(az)

Oberösterreichische Nachrichten